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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie entstehen Schlaglöcher?

Kategorie: Besserwisser, 23. Juni 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. Juni 2010)

Der Weg mit dem Fahrrad zur Schule ist nach dem langen Winter eine ganz schön holprige Angelegenheit geworden.  Viele Schlaglöcher lassen die Straßen zu regelrechten Buckelpisten werden.
‚Braunschweigs Straßen sehen aus wie ein Schweizer Käse“, sagt Professor Michael Wistuba. Er weiß, wovon er spricht. Als Leiter des Instituts für Straßenwesen an der Technischen Universität Braunschweig kennt der Professor sich mit Schlaglöchern bestens aus.
„Die meisten Straßen hier in Braunschweig bestehen aus Asphalt. Asphalt ist eine Mischung aus unterschiedlich großen Gesteinskörnern, die durch einen Kleber, den man Bitumen nennt, miteinander verbunden werden“, erklärt Professor Wistuba. In seinem Labor forschen Wissenschaftler an dem Rezept für den Straßenbelag von morgen.
Viel Regen kann dazu führen , dass sich einzelne Körner aus dem Asphalt herauslösen, ebenso wie viel Sonne. Manchmal ist es auch der Kleber, der mit der Zeit alt geworden ist. Meist lösen sich dann weitere Körner, so dass kleine Löcher und Risse entstehen.
Schlimm kann es im Frühjahr werden, wenn der Schnee am Tag schmilzt. Dann kann Schmelzwasser
in die kleinen „Wunden“ des Asphalts eindringen. Der nächtliche Frost bringt das Wasser dazu, sich in den Ritzen auszudehnen. Dadurch werden die bestehenden Risse größer. „Schmilzt das Eis dann erneut, entstehen Hohlräume im Asphalt. Und bei großer Belastung, wenn etwa ein Bus oder LKW darüber fährt, kann der Asphalt einbrechen und ein Schlagloch entsteht“, sagt Wistuba. Das ist der Grund, warum besonders nach einem langen Winter mit schwankenden Temperaturen die Straßen einem „Schweizer Käse“ so ähnlich sehen.
Professor Wistuba fährt jeden Tag mit dem Fahrrad ins Institut und warnt besonders die Fahrradfahrer vor der erhöhten Sturzgefahr, die durch die Schlaglöcher besteht: „Seid vorsichtig, damit Eure Knochen und die Fahrradfelgen heil bleiben“. Aber auch Motorrad- und Autofahrer sollten sich in Acht nehmen: „Durch ein tiefes Schlagloch können neben der Unfallgefahr auch massive Schäden an den Fahrzeugen entstehen.“
Vermeiden kann man Schlaglöcher, indem man die Straßen öfter kontrolliert, meint Professor Wistuba. So können die Experten kleine Schäden schnell erkennen und vermeiden, dass die Kraterlandschaft sich ausweitet. Straßensanierungen sind meistens teuer. Deshalb wird es einige Zeit dauern, bis die bestehenden Schlaglöcher wieder ausgebessert sind. Bis dahin müsst Ihr die Löcher im Straßenkäse umfahren.

(Autorin: Maike Kempf)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.


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