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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie überführt man Verbrecher?

Kategorie: Besserwisser, 5. Juli 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 3. Juli 2010)

Wie Sherlock Holmes auf Verbrecherjagd zu gehen, muss eine wirklich spannende Sache sein. Scharfer Verstand, guter Spürsinn und eine große Lupe alleine reichen aber nicht aus, um einen Täter zu überführen. Seit über 100 Jahren nutzt die Polizei in Deutschland die Methode, mittels Fingerabdruck eine Person eindeutig zu identifizieren.

Jeder Mensch besitzt ein einzigartiges Hautbild, und das ein Leben lang. Das heißt der  Fingerabdruck bleibt stets gleich. Deshalb eignet er sich so gut zur Verbrecherjagd. Die Erhebungen und Furchen im Hautbild nennt man auch „Papillarlinien“.

Aber wie macht man einen Fingerabdruck sichtbar? Professorin Petra Mischnick zeigt wie es geht: Mit einem weichen Pinsel stäubt sie vorsichtig graues Pulver auf eine Glasplatte. „Das ist Graphitpulver. Damit kann man Fingerabdrücke sichtbar machen“, erklärt Mischnick. Sie ist keine Kriminalbeamtin, aber Lebensmittelchemikerin und leitet ehrenamtlich das Agnes-Pockels-SchülerInnenlabor an der Technischen Universität Braunschweig. Hier können Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Versuchen in das Fach Chemie hineinschnuppern.

Die Haut sondert besonders beim Schwitzen unter anderem Fettsäuren ab. Beim Anfassen von Gegenständen werden diese von den Fingern übertragen. Besonders auf glatten Oberflächen wie Gläsern und Telefonhörern kann man gut Fingerabdrücke finden.

Zum Sichtbarmachen trägt man feines Graphitpulver dort auf, wo die Spuren vermutet werden. Graphit ist das Material, aus dem Bleistiftminen gemacht sind. Es besteht aus reinem Kohlenstoff. Wie die Bleistiftstriche am Papier haftet Graphitpulver sehr gut an den fettigen Fingerabdrücken. „Fettige oder fettähnliche Materialien bleiben gut an Fett hängen. Graphit enthält zwar kein Fett, verhält sich aber ähnlich“, erläutert Petra Mischnick.

Wird das überschüssige Pulver vorsichtig abgeklopft, ist der Fingerabdruck bereits sichtbar und kann zur Identifizierung genutzt werden. Mit einem durchsichtigen Klebeband kann man den Fingerabdruck abnehmen und auf ein Blatt Papier kleben. So bleibt der Abdruck unabhängig vom Gegenstand, auf dem er sich befindet, erhalten und kann mit Fingerabdrücken von möglichen Tatverdächtigen verglichen werden. Ähnlich dokumentiert auch das Bundeskriminalamt Fingerabdrücke. Die Jagd auf den Täter kann beginnen.

(Autorin: Maike Kempf)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.


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