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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum sprudelt’s?

Kategorie: Besserwisser, 12. Juli 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. Juli 2010)

Ein Experiment für einen Sommertag im Garten: Wenn ihr eine Plastikflasche mit Mineralwasser schüttelt und dann plötzlich aufmacht, spritzt das Wasser nur so aus der Öffnung heraus.

Wenn ihr einen Finger auf die Öffnung legt, könnt ihr sogar richtig zielen üben. Rennfahrer und andere Sportler machen das bei der Siegerfeier auch gern mit Champagner.

Und vielleicht habt ihr das auch schon einmal erlebt: Die kräftig durchgeschüttelte Limoflasche im Rucksack schäumt nach der Radtour mit einem großen Schwall über, wenn sie geöffnet wird.

Aber woher kommt so viel Druck? Warum spritzt Mineralwasser aus der Flaschenöffnung heraus, wenn es geschüttelt wurde? In Mineralwasser ist Kohlendioxid (CO2) gelöst. Ein Gas, dass auch in der Luft vorkommt, die uns umgibt. Auch in Limonade oder Cola ist CO2 gelöst.

Große und kleine Bläschen

Erkennen könnt ihr das an den Bläschen, die aufsteigen, wenn ihr die Flasche aufmacht. Die Blasen steigen deswegen erst beim Öffnen der Flasche auf, weil das Kohlendioxid vorher durch höheren Druck in der Flüssigkeit gehalten wird.

Im kleinen Hohlraum zwischen geschlossenem Deckel und der Oberfläche der Flüssigkeit befindet sich gasförmiges CO2, das für den Druck sorgt. Wird die Flasche geöffnet, entweicht dieses Gas mit dem typischen Zischen.

Wird die Flasche aber zuvor geschüttelt, sorgt diese Bewegungsenergie dafür, dass das Kohlendioxid in viel stärkerem Maß aus dem Wasser oder der Limonade herausgelöst wird. Wenn jetzt aufgeschraubt wird, entweicht das CO2 plötzlich. Viel Freude an der Limonade hat man dann nicht mehr: Sie schmeckt abgestanden.

Das Gleiche passiert übrigens beim Erwärmen, nur nicht so schlagartig. Darum gilt: Kühle und ruhig gelagerte Sprudelgetränke halten länger.

Oft wird übrigens von „Kohlensäure“ gesprochen. Die ist in Wirklichkeit nur in ganz geringen Mengen im Mineralwasser enthalten und sorgt für den leicht säuerlichen Geschmack. Die Bläschen, die ihr seht, sind gelöstes Kohlendioxid.

Dabei ist Blase aber nicht Blase: Es gibt Wissenschaftler, die sich mit der Größe der Bläschen beschäftigen. Der berühmte Champagner aus Frankreich hat sehr kleine Blasen, „er perlt“, sagen die Kenner.

Die Bläschen, haben Wissenschaftler herausgefunden, sind deswegen so klein, weil im Champagner bestimmte Salze und Mineralstoffe gelöst sind, die eine Bildung größerer Blasen verhindern.

(Autor: phæno Wolfsburg)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.



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