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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Respekt vor dem Honigbrot!

Kategorie: Besserwisser, 19. Juli 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. Juli 2010)

Wie viele Kilometer Bienenflug stecken in einem Glas Honig? Ein normales Honigglas enthält 500 Gramm Honig. „Um ein Glas mit Honig zu füllen, müssen die Bienen ungefähr 150 000 Kilometer fliegen, also in etwa dreimal die Welt umrunden. Da eine Biene in ihrem Leben ungefähr achttausend Kilometer zurücklegen kann, ist es eine ganze Schar, die für ein Glas Honig in der Luft unterwegs ist“. Pistorius leitet die Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen am Julius Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig, und kennt sich auch als Hobby-Imker bestens mit Bienen aus.

„Etwa 30 000 Bienen zählt ein normales Bienenvolk im Sommer. Davon bleibt natürlich immer ein gewisser Teil zu Hause im Bienenstock, um die Hausarbeit zu erledigen. Dazu gehört besonders das Pflegen der Larven und der Brut und die Wache über den Bienenstock,“ erklärt Pistorius. Die Arbeiterinnen sind neben der Königin und den Drohnen, den männlichen Bienen, in der Mehrzahl und erledigen die Hauptarbeit, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Bienenstocks beim Sammeln von Nektar, Honigtau und Pollen.

Im April und Mai haben die Arbeiterinnen Hochsaison. Dann herrschen optimale Sammelbedingungen, da in dieser Zeit die meisten Pflanzen blühen. Obstbaumblüten, Löwenzahn und Raps sind gute Nektarlieferanten. „Einzelne Pflanzen reichen für eine Honigernte jedoch nicht aus. Honig gibt es nur dann, wenn viele blühende Pflanzen im Umkreis der Bienen vorhanden sind. Der Flugradius der Bienen liegt im Frühjahr bei ungefähr zwei, im Sommer bei bis zu sechs Kilometern“,sagt Pistorius. „Wenn optimale Tracht- und Flugbedingungen herrschen, die Bienen also sehr viel Nektar und Honigtau finden und sammeln können, ist es möglich, dass bis zu 20 000 Bienen ausfliegen.“

Laut Auskunft des Bienenforschers Pistorius sind es in etwa fünf Millionen Blüten, die von den Bienen besucht werden, um ein Honigglas zu füllen. Insgesamt verbringen sie hierfür etwa 12 000 Stunden mit dem Sammeln des Nektars  und seiner Weiterverarbeitung.

Die Bienen sind aber nicht so fleißig, damit wir ein leckeres Frühstücksbrot haben. Honig dient dem Bienenvolk als wichtiges Nahrungsmittel, um gerade im Winter längere Zeit ohne Nahrung von außen zu überleben. Nimmt der Imker einem Bienenstock Honigvorräte weg, muss er für Ersatz sorgen. „Bienen werden in der Regel mit flüssiger Zuckerlösung gefüttert, diese können sie leichter über ihren Rüssel aufnehmen als festen“, erklärt Imker Pistorius.

Jetzt, wo ihr wisst, wie viel Arbeit für die kleinen Bienen in einem Glas Honig steckt, werdet ihr bestimmt mit großem Respekt in euer nächstes Honigbrot beißen.

(Autorin: Maike Kempf)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

2 Antworten zu “Respekt vor dem Honigbrot!”

  1. sina michels sagt:

    Heey diese Seite ist klasse, hier kann ich prima meine Bio Hausaufgaben erledigen!!!

  2. Haus der Wissenschaft sagt:

    Hallo Sina, das freut uns zu hören. Nur nicht alles abschreiben, sonst fällt’s auf. 😉

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