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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum ist der Regenbogen bunt?

Kategorie: Besserwisser, 26. Juli 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24.Juli 2010)

Ein schönes Märchen: Wer zum Ende eines Regenbogens kommt, findet dort einen Topf mit Gold. Allerdings bleibt es auch ein Märchen. Denn die spannende Wahrheit ist: Ein Regenbogen erscheint immer abhängig vom Standort des Betrachters.
Ihr könnt einen Regenbogen nur sehen, wenn ihr die Sonne im Rücken und den Regen vor euch habt. Wenn ihr euch bewegt, bewegt sich auch der Regenbogen vor euch her, ihr könnt ihm niemals näherkommen.
Warum? Wenn es regnet, befinden sich unzählige feine Wassertröpfchen in der Luft. Das weiße Sonnenlicht, das sich in Wirklichkeit aus vielen unterschiedlichen Farben zusammensetzt, scheint durch jedes Tröpfchen. Trifft ein Lichtstrahl auf ein Hindernis wie einen Tropfen oder Glas, kann er seinen Weg nicht ungehindert fortsetzen. Der Strahl „knickt“ am Übergang von Luft zu Wasser ab.
Das scheinbar weiße Licht der Sonne setzt sich aus verschiedenen Farben zusammen, die unterschiedlich stark gebrochen werden. Das weiße Licht wird aufgefächert und in die einzelnen Farben aufgelöst – und schon kann es am Himmel bunt werden.
Allerdings kommt es dabei immer darauf an, wo der Betrachter steht: Ein Freund, der einige Kilometer entfernt wohnt, sieht womöglich gar keinen Regenbogen. Je tiefer die Sonne steht, desto größer ist ein Regenbogen. Das hängt vom Winkel ab, mit dem die Lichtstrahlen auf die Wassertropfen treffen. Am Nachmittag oder Abend gibt es also die schönsten Regenbogen.
Mit etwas Glück könnt ihr auch einen Doppelregenbogen sehen. Dabei wirkt der Himmel im Inneren des kleineren Regenbogens heller. Auch hier kommt die weiße Farbe wieder ins Spiel: Die vielen einzelnen Farben überlagern sich im Inneren des Regenbogens und bilden ein weißes Licht, das den Himmel an der Stelle heller erscheinen lässt.
Die Farben sind übrigens immer die gleichen und erscheinen immer in derselben Reihenfolge: Außen ist ein Regenbogen rot, nach innen dann orange, gelb, grün, blau und violett, bei dem Doppelregenbogen geht es in entgegengesetzter Reheinfolge weiter. Zusammengesetzt wäre das Licht auf jeden Fall wieder weiß. Man kann dieses Prinzip auch mit einer Lupe an einem Fernseher erkennen, wo sich nur rote, grüne und blaue Punkte zu einem Bild zusammensetzen: Durch Betonung einzelner Punkte lässt sich fast jede Farbe darstellen – natürlich auch Weiß.
Ihr könnt euch einen Regenbogen in den eigenen Garten holen. Dazu braucht ihr außer Sonnenschein auch einen Gartenschlauch mit einer Spritz-Brause, die sich möglichst fein einstellen lässt. Stellt euch mit der Sonne im Rücken hin und sprüht einen feinen Wassernebel in die Luft, dann könnt ihr das bunte Farbspiel bewundern, das durch die Lichtbrechung entsteht.

(Autor: phæno Wolfsburg)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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