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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie entsteht ein Blitz?

Kategorie: Besserwisser, 26. August 2010 um 11:00

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21. August 2010)

Gewitter sind eine Urgewalt: Es regnet in Strömen, es donnert und blitzt. Beim Blick in den finsteren Gewitterhimmel wird schnell klar, dass da gewaltige Kräfte am Werk sind. Kräfte, die den abergläubischen Menschen vergangener Zeiten große Angst machten, weil sie nicht begreifen konnten, was da am Himmel vor sich ging.
Wie aber entsteht so ein Blitz? Die Antwort: Bis heute hat die Forschung das nicht abschließend geklärt. Dabei hatte Benjamin Franklin schon 1752 einen Drachen in Gewitterwolken aufsteigen lassen. Der Drachen wurde vom Blitz getroffen, der Beweis für eine elektrische Entladung war erbracht. Aber nachmachen sollte man das nicht.
Dann war lange Zeit Ruhe: Die Wissenschaft ging davon aus, dass ein Blitz am Himmel genauso entsteht wie der Funkenbogen, den ihr vielleicht aus dem Schulunterricht kennt. Doch das stimmt nicht, denn dafür müsste in den Wolken eine unglaublich hohe Spannung entstehen, um einen Blitz zu Boden zu schicken.
Fest steht: Los geht es fast immer mit den klassischen, pilzförmigen Wolken, die wir vor einem Gewitter am Himmel sehen können. In ihnen wird feuchte Luft nach oben gerissen – mit bis zu 150 Stundenkilometern. Die Wassertröpfchen gefrieren in der Höhe, werden schwer, fallen als Graupel rasend schnell nach unten und stoßen mit weiteren, leichteren Eisteilchen zusammen.
Dabei entstehen in der Wolke unterschiedliche elektrische Ladungen, die offenbar Voraussetzung für Blitz und Donner sind, die übrigens immer gleichzeitig auftreten: Wir hören den Donner aber später, weil das Geräusch länger als das Licht braucht, um über große Entfernungen an unsere Ohren zu gelangen.
Wenn ein Blitz aufleuchtet, flackert er in Wirklichkeit. Weil er aber nur etwa 0,004 Sekunden am Himmel zu sehen ist, können wir das nicht erkennen. Die gezackte, oft verästelte Form nehmen Blitze an, weil das weiße Licht in der Luft von Teilchen zu Teilchen springt.
Am Boden ist es Blitzen eigentlich egal, wo sie einschlagen. Generell lässt sich sagen: Je höher und spitzer ein Objekt ist, desto eher wird es getroffen. Übrigens sind Insassen eines geschlossenen Autos sicher im Gewitter: Ein einschlagender Blitz würde durch das Blech in den Boden geleitet, den Fahrgästen würde nichts passieren.
Auch Flugzeuge werden in der Luft hin und wieder getroffen. Das größte Risiko ist, dass die Instrumente ausfallen. Aber Abstürze durch Blitzschlag sind heute sehr selten.
Auch auf Schiffen gibt es Phänomene, die mit Blitzen zu tun haben: An den Mastspitzen der alten Segelschiffe war manchmal bei nahendem Gewitter ein unheimliches Leuchten zu beobachten. Die Seefahrer dachten, gleich kommt der Klabautermann. Längst wissen wir, dass es sich ebenfalls um Entladungen handelt.
Wer Gewitter gar nicht gut leiden kann, reist lieber nicht nach Zentralafrika: Dort, das haben Wissenschaftlicher festgestellt, kracht es weltweit am meisten. Das liegt an der aufsteigenden feuchten Luft und den häufigen Niederschlägen über den riesigen Dschungelflächen.

(Autor: phæno Wolfsburg)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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