direkt zum Inhalt zur Hauptnavigation

Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie entsteht ein Erdbeben?

Kategorie: Besserwisser, 30. Oktober 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 30. Oktober 2010)

Manchmal bebt und wackelt die Erde. Dabei kann viel kaputt gehen, und bei starken Beben können sogar Häuser einstürzen. In Deutschland passiert es nicht so häufig, aber in anderen Ländern bebt die Erde recht oft und stark. Wie kommt es, dass es in manchen Regionen sehr oft Erdbeben gibt und in anderen selten?

Der Grund dafür ist, dass die Erde aus mehreren Platten besteht. „Die Erdkruste ist wie ein Mosaik zusammengesetzt aus großen und kleinen Platten, die sich bewegen“, erklärt Professorin Antje Schwalb vom Institut für Umweltgeologie der Technischen Universität Braunschweig. Das Innere der Erde ist nicht fest, sondern flüssig.

„In der Erde ist es wie in einem Topf mit kochendem Wasser. Das warme Wasser steigt auf, und es blubbert. In der Erde sind das die sogenannten Konvektionsströme. Sie verschieben die Mosaikplatten der Erdkruste“, beschreibt Schwalb den Vorgang.

Daher kommt es an den Stellen, wo die Platten zusammenstoßen, häufiger zu Erdbeben als auf den Platten selbst.
Wenn die Platten aneinander reiben oder gegeneinander stoßen kann sich eine hohe Spannung aufbauen. Die Platten verhaken sich ineinander, und die Spannung und der Druck werden immer größer. Wenn sich die Spannung entlädt, kommt es zu einem Erdbeben.

„Es gibt verschiedene Plattenbewegungen, die zu einem Erdbeben führen können. Im Ozean driften Platten auseinander und schieben sich auf der anderen Seite unter die leichteren Kontinentalplatten. Die Platten können sich auch in verschiedenen Richtungen aneinander reiben und durch diese Bewegungen Erdbeben auslösen.

Die dritte Art von Erdbeben entsteht, wenn zwei gleich schwere Platten aneinander stoßen und sich gegenseitig hochschieben. In so einem Fall entstehen dann sogar hohe Berge, wie zum Beispiel die Alpen oder der Himalaya“, umschreibt Schwalb die unterschiedlichen Arten von Erdbeben.

Die Erde ist also keineswegs ruhig. Es brodelt und kocht in ihr, und die Erdkruste ist immer in Bewegung. Dabei bewegen sich die Platten von wenigen Millimetern bis zu 20 Zentimetern pro Jahr. Je länger die Spannung zwischen den Platten aufgebaut wird, desto stärker ist das Erdbeben, wenn sie sich wieder entlädt.

„Pro Jahr gibt es mehrere tausend Erdbeben, die sehr unterschiedliche Stärken haben. Die Stärke eines Erdbebens kann man mit einem Seismometer messen. Dieses fängt die energiereichen Wellen, die bei einem Erdbeben frei werden, ein“, beschreibt Schwalb. „Gemessen wird die Stärke eines Bebens in der Richterskala von 0 bis 10. Ein Beben ab der Stärke 3 kann man fühlen. Bei Stärke 4 fangen bereits Fenster, Türen und Geschirr an zu klappern. Das stärkste Beben, das je gemessen wurde, hatte einen Wert von 9,5 und war 1960 in Chile.“

(Autorin: Miriam Bürse)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

RSS-feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack-URL

Hinterlasse eine Antwort