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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum bekomme ich auf dem Teppich einen Stromschlag?

Kategorie: Besserwisser, 25. Oktober 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. Oktober 2010)

Autsch! Das kann ganz schön ziepen, wenn man über einen Teppich gelaufen ist und dann einen Gegenstand aus Metall berührt. In diesem Moment kann es nämlich zu einer statischen Entladung kommen – man bekommt einen winzigen Stromschlag. Da die Nerven im Körper ohnehin auf elektrische Impulse reagieren, kriegt man diese Entladung deutlich zu spüren. Aber wie kann es dazu kommen?

Grundsätzlich werden zwei Arten von Stoffen unterschieden: solche die Strom leiten (Metall beispielsweise), und diejenigen, die es nicht tun (Kunststoff oder Porzellan). Wenn man mit Kunststoffsohlen also über einen Teppich geht, der in seinen Fasern ebenfalls einen Kunststoff-Anteil hat, entsteht durch die Reibung eine statische Aufladung. Die Ladung bleibt am Körper, bis man einen leitenden Gegenstand berührt – die Heizung oder eine Türklinke. Dann kann es zu der deutlich spürbaren Entladung kommen.

Auch dabei gibt es feste Grundsätze: Je dicker die Schuhsohle, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Aufladung. Auch trockene Luft begünstigt diesen Vorgang: Luft ist ein schlechter Leiter, der Anteil an Wasserdampf an Sommertagen sorgt aber dafür, dass Elektrizität an die Luft abgegeben werden kann, das Phänomen der Aufladung kommt nicht so leicht zustande.

Das heißt: Wer an einem trockenen, kalten Wintertag mit dicken Stiefeln ins Haus kommt, bekommt besonders schnell „einen gewischt“. Wenn man seinen Pullover auszieht, kann es passieren, dass die Haare abstehen und es knistert – weitere Beispiele für Auf- und Entladung.

Übrigens: Jedes Auto lädt sich auf trockener Fahrbahn durch die Reibung von Asphalt und Reifen auf. Beim Aussteigen kann es manchmal deshalb einen kleinen Blitz geben, wenn man den Boden berührt. An Bernstein wurde die Reibungselektrizität zuerst nachgewiesen: Reibt man Wolle daran, lädt er sich auf und zieht auch Staub an (wie heute der Fernseher). Im Griechischen heißt Bernstein übrigens „elektron“, die Träger elektrischer Ladung wurden danach benannt.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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