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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wo kommen die Rippel am Strand her?

Kategorie: Besserwisser, 12. November 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 6. November 2010)

Ihr kennt das Bild vom Strandurlaub: Schier endlos ziehen sich kleine Wellenmuster im Sand oder im Watt hin. Fein säuberlich angeordnet, in Wellenlinien geschwungen. Nach ein paar Stunden hat die Flut sie überspült, die Muster sind fort. Aber am nächsten Tag bilden sie sich erneut. Wie entstehen diese Rippel?

Es gibt mehrere Voraussetzungen: Wichtig ist feines Material, das bewegt werden kann – Sand ist eigentlich ideal. Außerdem muss eine gleichmäßige Strömung herrschen. Spannend: Für die Rippelbildung ist es egal, ob Wasser oder Luft. Trotz der scheinbar gegensätzlichen Eigenschaften: Als Medium eigenen sich beide gut, um die kleinen Erhebungen entstehen zu lassen. Im Wasser ist aber eine Mindesttiefe erforderlich: Der Wasserstand muss drei Mal so hoch sein wie die spätere Rippelhöhe.

Der Untergrund muss möglichst eben und flach sein. Wenn Wasser im flachen Bereich des Strandes über den Sand fließt – bei Ebbe ist das besonders schön zu sehen -, entsteht eine Strömung. Diese Strömung reißt einzelne Sandkörnchen mit hoch. Wenn irgendwo auf dem Untergrund ein kleines Hindernis liegt, etwa ein Stein, oder eine Muschel, dann geht es los: der angehobene Sand häuft sich an dem Hindernis auf. Dieser kleine Hügel, der erste Rippel, ragt in die Strömung.

An der Spitze des Rippels fließt das Wasser schneller, um darüber zu kommen. Dadurch wird der Sand an der Spitze abgetragen und rutscht hinunter. Dieser Sand lagert sich am Fuß des Hügelchens ab und bildet die Grundlage für den nächsten Rippel.

Zwischen diesen kleinen Erhöhungen verwirbelt sich das Wasser. Es nimmt neue Sandkörner auf, die wieder abgelagert werden. So entsteht Reihe um Reihe. Die Erhebungen sind an der Seite, zu der die Strömung fließt, immer steiler als auf der anderen Seite.

Wenn es heiß ist und das Wasser bei Ebbe zurückgeht, können Rippel austrocknen und sehr fest werden. Dann wird die Strandwanderung ganz schön anstrengend.

Rippel gibt es übrigens nicht nur am Meer: Auch in der Wüste kommen sie vor. Das Prinzip ist das Gleiche: Flacher Untergrund, feines Material und Verwirbelungen – in diesem Fall durch den Wüstenwind hervorgerufen. Sogar am Himmel kann man bisweilen sehen, wie Wolken durch den Wind zu Wellenlinien geformt werden. Ursache sind auch hier Wirbel. Der Name Rippel kommt übrigens aus dem Englischen, wo „Ripple“ für „kleine Welle“ steht und das Aussehen der kleinen Hügelreihen beschreibt.

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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