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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie man am besten durch den Regen kommt

Kategorie: Besserwisser, 18. November 2010 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. November 2010)

Der Herbst bringt nicht nur bunte Blätter, sondern auch eine Menge Regenwetter. Bei strömendem Regen kann der Schulweg ganz schön ungemütlich und vor allem nass werden. Sicherlich habt ihr auch schon versucht, durch Rennen möglichst schnell wieder ins Trockene zu kommen. Aber wird man tatsächlich weniger nass, wenn man durch den Regen rennt?

Die Antwort auf diese Frage gibt uns Professor Andreas Hangleiter. Er ist Leiter des Instituts für Angewandte Physik an der Technischen Universität Braunschweig. „Man muss den menschlichen Körper mit einer Streichholzschachtel vergleichen“, erklärt er. „Die bietet dem REgen zwei Angriffsflächen: einmal die obere, also Kopf und Schultern, und dann die vordere Fläche, nämlich Beine und Oberkörper.“

Nehmen wir außerdem an, dass der Regen überall senkrecht und mit gleicher Stärke vom Himmel fällt. „Unter diesen Voraussetzungen ist die Menge an Regen, die auf Kopf und Schultern fällt, immer gleich. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie schnell ich laufe.“ Durch einen Wettlauf verkürzt sich nur die Zeit, die im Regen verbracht wird, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Wodurch Kopf und Schultern zumindest weniger nass werden.

„Dann ist da aber auch noch die vordere Fläche der Streichholzschachtel – also Oberkörper und Beine“, gibt Hangleiter zu bedenken. Durch die Vorwärtsbewegung beim Gehen oder Laufen fängt der Oberkörper zusätzlich Regen ab. Je schneller man dabei ist, desto mehr Regen trifft auf den Oberkörper. „Während man auf dem Kopf und den Schultern beim Rennen gewinnt, wird man von vorne dagegen etwas nasser“, fasst Hangleiter zusammen.

Insgesamt muss für eine eindeutige Antwort immer das Verhältnis beider Flächen betrachtet werden: „Es macht einen Unterschied, ob ein kleiner, dicker Mensch oder ein langer, dünner Mensch durch den Regen läuft. Der kleine, dicke Mensch hat von oben mehr Fläche, auf die Regen fallen kann. Wenn er läuft, wird er im Verhältnis weniger nass als ein langer, dünner Mensch.

Dieser hat weniger Gewinn durchs Rennen, denn er hat weniger Fläche von oben, auf die der Regen treffen kann, und fängt gleichzeitig mehr von vorne ab, da er mehr Fläche für den Regen bietet als ein kleiner Mensch.“ Grundsätzlich kommt man mit jeder Körpergröße beim Rennen etwas trockener davon.

Professor Hangleiters Schluss: „Rennen lohnt sich in jedem fall, für die einen mehr, für andere weniger.“

(Autorin: Cordula Klein)


Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.


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