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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie wärmen Daunendecken?

Kategorie: Besserwisser, 11. Januar 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 8. Januar 2011)

Auf bis zu 15 Grad minus ist das Thermometer in dieser Woche gesunken. Da wird der Winterspaziergang ja fast zum Abenteuer! Nur gut, wenn man es sich abends mit einem spannenden Buch unter der schönen, warmen Decke gemütlich machen kann. Aber warum hält eine Daunendecke so schön warm?

Der Mensch nutzt wieder einmal ein Phänomen der Natur: Daunen sind sehr weiche Vogelfedern, die sich meist unsichtbar unter den Deckfedern befinden. Daunenfedern haben mehrere verblüffende Eigenschaften. Die wichtigste: In den Daunen befindet sich ein System kleinster Luftkanäle. Luft leitet Wärme sehr schlecht. Eine Ente kann deswegen im Winter gefahrlos auf dem eiskalten Wasser schwimmen: Die vom Körper produzierte Wärme wird durch die winzigen Luftkammern der Daunenschicht zurückgehalten, das Tier kühlt nicht aus.

Genauso funktioniert es bei der Daunendecke: Die Köperwärme wird darunter festgehalten. Feuchtigkeit durch Schwitzen wird aber nach außen abgeleitet – ein angenehmes Mikroklima entsteht unter der Decke.

Daunen sind extrem leicht: 1000 dieser feinen Federn wiegen gerade einmal ein Gramm. Das bedeutet allerdings, dass eine Menge Daunenfedern notwendig sind, um Kissen zu füllen. Die leichtesten und begehrtesten sind die Daunen der Eiderente. Sie werden mühsam per Hand aus den Nestern gesammelt. Das niedrige Gewicht macht diese Wärmespeicher zum idealen Füllmaterial für Schlafsäcke.

Für Expeditionen in arktische Regionen oder ins Hochgebirge gibt es Versionen, die bis zu 1000 Euro kosten können. Dafür sind sie federleicht und halten mühelos Temperaturen von minus 40 Grad oder weniger vom Schläfer fern.

Daunen haben noch einen Vorteil: Man kann sie fest zusammenknüllen – nach kurzer Zeit haben sie ihre alte Form wieder. Durch einfaches Aufschütteln bringt man Schlafsack oder Decke wieder in Form.

Einen Nachteil haben die tollen Federn aber doch: Bei Nässe klumpen sie zusammen, der Wärmeeffekt geht verloren. Deswegen setzen Expeditionsteilnehmer bei Reisen in nasse Gegenden auch auf Kunstfasern als Füllung. Die halten zwar nicht so schön warm wie das Naturprodukt, aber sie sind unempfindlicher gegen Nässe.

Bei lebenden Vögeln sind die Daunenfedern durch die Körperbewegungen negativ elektrisch aufgeladen. Sie stoßen sich ab. Dadurch bleibt das Gefieder aufgelockert, die größtmögliche Menge Luft kann sich als Isolationsschicht in den Daunen sammeln.

(Autor: Michael Michalzik)


Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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