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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wer bestimmt eigentlich, was in den Schulbüchern steht?

Kategorie: Besserwisser, 18. Januar 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. Januar 2011)

Fast jeden Tag schlagt ihr im Unterricht eure Bücher auf: Lest die Texte, schaut euch die Bilder an und lernt jede Menge aus ihnen. Aber wer bestimmt eigentlich, was in euren Schulbüchern steht?

Das weiß Verena Radkau-García vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Seit 1951 werden hier Schulbücher erforscht. Außerdem berät das Institut Schulbuchverleger, Lehrer, Politiker und Wissenschaftler, wenn es um Schulbücher geht.

Entscheidet sich ein Verlag dazu, ein neues Schulbuch zu erarbeiten, ist ein ganzes Team an der Entwicklung beteiligt. Die Verlage haben für die einzelnen Schulfächer, wie zum Beispiel Chemie oder Politik, spezielle Redaktionen. In Gruppen arbeiten Autoren, meist Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Wissenschaftler zusammen, um das Thema in einen verständlichen Text zu fassen und mit Bildern und Quellen zu ergänzen.

„Die Autoren von Geschichtsbüchern bemühen sich, verschiedene Sichtweisen zu zeigen. Im Kapitel über die Kreuzzüge im Mittelalter zum Beispiel kommen deshalb beide Seiten zu Wort, Christen und Araber“, betont Radkau-García. Ist ein Schulbuch fertig, wird der Entwurf vom Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes geprüft.

Zwei Gutachter, meist ein Lehrer und ein Wissenschaftler, beurteilen, ob sich die Autoren an die vorgegebenen Richtlinien des Lehrplans gehalten haben und ob die Inhalte richtig sind. Wenn die Gutachter Verbesserungsvorschläge haben, müssen diese eingearbeitet werden, bevor das Ministerium das Buch zulässt und der Verlag es drucken kann.

In Deutschland gibt es sehr viele verschiedene Schulbücher, selbst für dasselbe Fach und dieselbe Klassenstufe. Mit Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium gibt es nämlich unterschiedliche Schulsysteme, für die jeweils spezielle Schulbuchausgaben erstellt werden. Außerdem sind die Lehrpläne auch von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Ein Schulbuch, das viele von euch kennen, ist der Diercke-Weltatlas. Er wird übrigens in Braunschweig herausgegeben. Damit ihr aber nicht nur etwas über die Welt, sondern auch über euer Bundesland lernt, ist die Ausgabe für Niedersachsen etwas anders als zum Beispiel die für Bayern.

Seit seinen Anfängen im 18. Jahrhundert ist das Schulbuch eine Art Massenmedium geworden. Das heißt: Neben euch Schülern lesen noch sehr viele andere Menschen diese Bücher. „In vielen Gegenden wie zum Beispiel in Afrika, Asien und Lateinamerika sind Schulbücher oft die einzigen Bücher, die eine Familie besitzt. Sie werden hier nicht nur von Kindern, sondern auch von Erwachsenen gelesen“, erläutert Verena Radkau-García.

(Autorin: Maike Kempf)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

Eine Antwort zu “Wer bestimmt eigentlich, was in den Schulbüchern steht?”

  1. James sagt:

    Wir haben auf unserer Webseite http://www.sing4kids.de eine Menge an Kinderlieder zum Vor- und Mitsingen zusammengetragen. Schaut doch einfach mal vorbei, wenn ihr Anregungen sucht.

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