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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum ist Schnee weiß?

Kategorie: Besserwisser, 24. Januar 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22. Januar 2011)

Winterzeit, Schneezeit: Es ist toll anzuschauen, wenn die Flocken vom Himmel wirbeln und alles mit einer schönen, weißen Schicht überziehen.

Aber warum ist Schnee weiß und nicht durchsichtig wie normales Eis? Beides besteht doch einfach nur aus gefrorenem Wasser.

Schneeflocken sind eine ganze besondere Sache: Sie bilden sich aus feinen Kristallen. Damit Schnee entsteht, müssen zwei Bedingungen gegeben sein: Es muss sehr kalt sein, und es muss eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen.

Hoch oben am Himmel gefrieren dann kleine Wasserteilchen. Dabei bilden sie Kristalle aus – so wie die „Eisblumen“-Muster, die manchmal im Winter an Autoscheiben zu sehen sind. In der Luft verhaken sich diese Eiskristalle: Immer mehr hängen zusammen und werden zu einer Flocke.

Dabei wirken die Oberflächen der Kristalle wie winzige Spiegel. In ihnen bricht sich das Licht. Durch die Anordnung der vielen Kristalle und die Luft zwischen ihnen wird weißes Licht fast vollständig reflektiert. Deswegen sieht Schnee weiß aus – und durch die Vielzahl der zusammenhängenden Kristalle und ihrer Anordnungen gleicht wirklich keine Flocke der anderen.

Am stärksten reflektiert Neuschnee Licht. Er wirft auch einen Großteil der UV-Strahlen des Sonnenlichts zurück. Diese Strahlen können sehr schnell einen Sonnenbrand verursachen oder die Augen schädigen.

Deswegen tragen Wintersportler Sonnenbrillen und cremen sich gut ein: Ein Tag auf der Skipiste bringt trotz der Kälte ähnlich hohe Belastungen wie ein Tag an einem heißen Strand mit sich. Liegt Schnee länger, mischen sich Staub und Dreck unter. Dann wird er grau, und die Reflektionen lassen nach.

Es gibt übrigens viele verschiedene Arten von Schnee. Gerade in den Bergen wird beispielsweise unterschieden zwischen Pulverschnee, Harsch (überfrorener Pulverschnee), Sulzschnee (nasser Schnee) oder Firn (mindestens ein Jahr alter Schnee). Dass es bei den Eskimos über 100 verschiedene Wörter für Schnee gibt, ist ein Irrtum. Es liegt daran, dass sich bei den Menschen, die im ewigen Eis des Nordens leben, sehr viele unterschiedliche Gruppen und Sprachen ausgebildet haben.

Einfacher ist es da schon mit Eis: Ob Würfel im Orangensaft oder Scholle auf einem See – Eis ist Eis. Aber auch das kann ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal ist es klar wie eine Fensterscheibe, andere Stücke sind milchig trüb. Das liegt an Lufteinschlüssen, die sich gebildet haben, als das Wasser gefroren ist. Dass manche Eisberge an Nord- oder Südpol eine blaue Farbe haben, liegt an ihrer Beschaffenheit: Wenn sie nur sehr wenige Lufteinschlüsse haben wird das Licht im Eis so gebrochen, dass es blau scheint.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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