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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie Reibung Wärme erzeugt

Kategorie: Besserwisser, 7. Februar 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 5. Februar 2011)

Ist das kalt! Und die Finger frieren vielleicht! Aber es gibt eine Möglichkeit, schnell wieder warme Hände zu bekommen: Man reibt sie einfach aneinander. Die Handflächen fühlen sich plötzlich nicht mehr kalt an – prima! Aber wie funktioniert das eigentlich?

Das Prinzip ist sehr einfach: Wenn man zwei Sachen aneinander reibt, werden die allerkleinsten Teilchen in ihnen, die Atome, in Bewegung versetzt: Diese Bewegung ist Energie, die in Wärmeenergie übergeht. Hinzu kommt der Druck, wenn man seine Hände aneinander reibt: Die Wärme kann nicht so leicht entweichen, es entsteht ein kleiner Hitzestau.

Dass unsere Finger so leicht frieren, ist ein Schutzmechanismus des Körpers: Er versucht, vor allem die lebenswichtigen inneren Organe bei idealer Temperatur zu halten. Dabei wird auch in Kauf genommen, dass Zehen oder Finger auskühlen: Die Wärme wird auf das Innere des Körpers konzentriert.

Wärmeentwicklung unter Reibung kann man oft beobachten: Wenn euer Vater im Werkzeugkeller mit der Bohrmaschine in ein Brett bohrt, kann es passieren, dass Rauch aufsteigt – das Metall des Bohrers hat so stark am Holz gerieben, dass sich große Hitze entwickelt hat.

Vielleicht ist es euch auch schon passiert, dass ihr ein Seil zu schnell habt durch die Finger gleiten lassen, etwa als ihr euch beim Klettern auf dem Spielplatz heruntergelassen habt. Das kann richtig wehtun. Wer nicht aufpasst, kann sich regelrechte Verbrennungen einhandeln.

Dabei ist Reibung eigentlich überhaupt nicht lästig, sondern absolut wichtig: Von Reibung sprechen die Wissenschaftler, wenn zwei Gegenstände sich berühren und sich dabei in ihrer Bewegung hemmen.

Reibung finden wir überall in unserem Alltag. So sorgen eure Sportschuhe dafür, dass ihr nicht wegrutscht: Die winzigen Teilchen der Sohle „verzahnen“ sich unsichtbar für das Auge mit den Teilchen im Hallenboden.

Eure Fahrradreifen „reiben“ sich am Asphalt und sorgen dafür, dass ihr beim Fahren nicht wegrutscht. Dabei ist immer Bewegungsenergie im Spiel, meist auch Wärme: Die Reifen von Sportwagen werden während eines Rennens extrem heiß. Die Bremsen können sogar anfangen glühen, wenn die Bremszangen auf die Bremsscheiben drücken.

Unsere Vorfahren rieben Hölzchen so lange aneinander, bis Glut und Feuer entstanden. Reibung ist also enorm praktisch. Auch, um sich wieder aufzuwärmen.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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