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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie entstehen Flugzeug-Streifen?

Kategorie: Besserwisser, 14. Februar 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. Februar 2011)

Flugzeuge ziehen manchmal weiße Wolkenstreifen am Himmel. Bestimmt habt ihr das schon hin und wieder bei schönem Wetter beobachten können. Im Vergleich zu natürlichen Wolken sind diese Wolken zunächst geradlinig. Aber wie kommt es überhaupt zu diesen „künstlichen“ Wolkenstreifen?

Tobias Bauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Flugsystemtechnik beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig. Als Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik weiß Bauer genau, was es mit den Streifen am Himmel auf sich hat: „Flugzeuge werden mit dem Treibstoff Kerosin betrieben. Wird dieser verbrannt, entstehen wie bei einem Auto Abgase, die von den Triebwerken ausgestoßen werden.“

Die Abgase enthalten auch Wasserdampf, der unsichtbar ist. Da es in großer Höhe sehr kalt ist, kühlt er sehr schnell ab. „Wenn es kalt genug ist – bei Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius – gefriert der Wasserdampf zu kleinen Eiskristallen. Die Rußteilchen der Abgase dienen dabei als Träger für die Kristalle. So kommt es, dass sich nur wenige Meter hinter den Triebwerken eines Flugzeuges künstliche Eiswolken bilden“, erklärt Bauer.

Fliegen Flugzeuge tief, bilden sich keine Kondensstreifen, da die unteren Luftschichten zu warm sind. Erst in einer Flughöhe ab ungefähr acht Kilometern ist es in der Regel ausreichend kalt. Weil kalte Luft eine Grundvoraussetzung für die Entstehung der Wolkenstreifen ist, sieht man sie jetzt im Winter auch häufiger als im Sommer.

Habt ihr schon einmal beobachtet, dass ein Flugzeug mit vier Triebwerken zunächst auch vier Kondensstreifen erzeugt, nach kurzer Zeit jedoch nur noch zwei am Himmel zu sehen sind?

„Beim Fliegen umgeben die Flügel des Flugzeugs Luftströme, die an den Flügelspitzen kräftige Luftwirbel bilden. Wie kleine Tornados saugen diese beiden Wirbel die Kondensstreifen an, so dass bald nur zwei sichtbare Wolkenstreifen übrig bleiben“, erklärt Bauer den Vorgang.

Diese Wirbel haben vielKraft, deshalb müssen Flugzeuge stets ausreichenden Abstand halten, damit der Nachfolger nicht in die sogenannten Wirbelschleppen hineingerät.

„Die Wirbelschleppe eines großen Flugzeuges hätte die Kraft, ein Hausdach abzudecken.Deshalb sind Dächer in den Einflugschneisen entsprechender Flughäfen zusätzlich gesichert“, erklärt Tobias Bauer.

Die Kondensstreifen können auch Auskunft über das Wetter geben: Lösen sie sich schnell wieder auf, ist die Luft sehr trocken und man kann davon ausgehen, dass das Wetter an diesem Tag schön bleibt. Wenn sie zerreißen, herrscht ein starker Wind in den oberen Luftschichten und es ist mit unbeständigem und schlechterem Wetter zu rechnen.

(Autorin: Maike Kempf)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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