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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Was ist eine Sternschnuppe?

Kategorie: Besserwisser, 21. Februar 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. Februar 2011)

Nur ganz kurz ist der leuchtende Streifen am Abendhimmel zu sehen. Dann erlischt er plötzlich. Sternschnuppe! Jetzt aber fest die Augen geschlossen und in Gedanken einen Wunsch geäußert … Vielleicht den Wunsch, eines Tages Astronaut zu werden und den Weltraum zu erkunden, die Heimat der Sternschnuppen.

Das sind Gesteinsbrocken, die mit enormer Geschwindigkeit durchs All sausen. Trümmer von Planetenkollisionen, zerkleinerte Steine, manchmal winzig wie Staubkörner. Wenn sie auf die Erdatmosphäre, die durchsichtige Hülle um unseren Planeten, treffen, entsteht Reibungshitze. Dieses Glühen ist als Lichtschweif der Sternschnuppe zu sehen.

Schon ein Teilchen von der Größe eines Reiskorns sorgt für ein starkes Licht, das mit bloßem Auge vom Boden aus zu erkennen ist. Steine, die durch das Weltall fliegen, werden Meteore genannt. Zum Teil bilden sie regelrechte Schwärme, die die Sonne umkreisen. Dabei kommt es regelmäßig vor, dass sie der Erde sehr nahe kommen. So ist die Chance, zwischen dem 8. und 14. August jeden Jahres eine Sternschnuppe zu sehen, besonders groß: Dann „regnen“ Teile des Meteorstroms der „Perseiden“ auf die Erde.

Jeden Tag prasselt tonnenweise Gestein auf die Erde ein. Meist sind die Teilchen kleiner als einen Millimeter. Fast jeder dieser Brocken verglüht vollständig und erreicht den Boden nicht. Die wenigen Steine aus dem All, die auf dem Boden ankommen, werden Meteoriten genannt.

Große Meteoriten haben das Bild der Erde erheblich geprägt: Das Nördlinger Ries im Süden Deutschlands ist bis heute aus der Luft als Meteoritenkrater mit einem Durchmesser von mehr als 20 Kilometern erkennbar. Die mexikanische Halbinsel Yucatán ist durch den Einschlag eines gewaltigen Meteoriten vor 65 Millionen Jahren geformt. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Katastrophe zum Aussterben der Dinosaurier geführt hat: Durch das Auftreffen des Brockens aus dem All wurden gewaltige Mengen Staub aufgewirbelt. Der Himmel verfinsterte sich für lange Zeit. Pflanzen, die den Sauriern als Nahrung dienten, starben ab. Außerdem fiel die Temperatur auf der Erde, was die Saurier, die als Kaltblüter auf die wärmende Sonne angewiesen waren, nicht überlebten.

Derzeit ist die Wahrscheinlichkeit eines Meteoriteneinschlags sehr, sehr unwahrscheinlich. Berechnungen haben ergeben, dass der nächste größere Brocken in etwa 860 Jahren der Erde nahe kommen wird. Bis dahin sind die Sternschnuppen weiter unsere freundlichen Begleiter am Abendhimmel.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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