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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum gibt es weiße und braune Hühnereier?

Kategorie: Besserwisser, 26. April 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. April 2011)

Sicherlich wartest du schon gespannt darauf, morgen endlich Ostereier suchen zu dürfen. Das Bemalen der Eier darf zu Ostern natürlich ebenfalls nicht fehlen. Hast du dich dabei auch schon mal gefragt, warum es weiße und braune Hühnereier gibt? Oder ob weiße Hühner nur weiße und braune Hühner nur braune Eier legen?

„Die Eifarbe ist nicht abhängig von der Farbe des Gefieders, sondern vielmehr von der Hühnerrasse. Hierbei spielt auch die Farbe der Hühnerohrscheiben eine Rolle. Die Hühnerohrscheiben sind so etwas wie die Ohrläppchen der Hühner“, klärt uns Biologin Ruth Göbel, Volontärin des Naturhistorischen Museums Braunschweig auf.

Ist die Ohrscheibe hell, legt das Huhn nur weiße Eier, ist sie rot wird das Huhn nur braune Eier legen. Diese Faustformel trifft bei reinrassigen Hühnern in den meisten Fällen zu. Sind die Tiere nicht reinrassig, lässt sich keine sichere Voraussage über die Farbe des Eis treffen.

Die Entstehung eines Eis im Körper der Henne dauert etwa 24 Stunden. Jedes Huhn kann deshalb nur ein Ei pro Tag legen. Ähnlich wie beim Menschen werden in den Eierstöcken der Henne viele kleine Eizellen gebildet. Jeweils eine Eizelle wächst zu einer Dotterkugel heran. Während sie in den Legedarm wandert, wird ein dünnes Häutchen um die Dotterkugel gelegt, aus dem sich später die sogenannten Hagelschnüre bilden. „Schlägt man ein Ei in der Bratpfanne auf, sieht man die Hagelschnüre immer noch“, erklärt Göbel. Nachdem sich das Eiweiß um die Dotterkugel gebildet hat, beginnt die Schalenbildung. „Das Ei bekommt eine Schutzhaut aus Kalk, die erst in den letzten vier bis fünf Stunden durch Pigmente, das sind farbgebende Stoffe, eingefärbt wird. Die Farbe ist durch die Rasse erblich vorbestimmt“, beschreibt Ruth Göbel den Vorgang.

Braune Eier werden in der Regel lieber gekauft und gegessen, weil sie im Gegensatz zu den weißen weniger künstlich erscheinen und irrtümlicherweise eher mit biologischer Landwirtschaft und Freilandhaltung in Verbindung gebracht werden. Die Farbe des Eigelbs, des Dotters, kann auch sehr unterschiedlich sein. Sie ist nicht von der Rasse, sondern vom Futter abhängig. „Um eine schöne kräftige gelbe Farbe zu bekommen, mischt man zum Beispiel Paprikapulver oder künstliche Farbstoffe ins Futter. Manche Hühner bekommen sogar kleine Krebse zu fressen, um den Farbton zu verstärken“, erklärt Göbel.

Falls du jetzt neugierig geworden bist, kannst du noch bis nächsten Samstag die Sonderausstellung „Osterküken“ im Naturhistorischen Museum Braunschweig besuchen und frisch geschlüpfte Osterküken sehen.

(Autorin: Ann-Kathrin Meyerhof)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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