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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum sind Fahrwerke gefedert?

Kategorie: Besserwisser, 22. August 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. August 2011)

Das sieht schon ziemlich cool aus: Hochbeinig steht ein modernes Mountainbike am Rand eines Bergwegs, während der Fahrer kurz in die Karte schaut. Mit einer langen Federgabel und einem komplizierten Hebelsystem am hinteren Federbein scheint das Fahrrad zu sagen: „Ich komme jeden Berg rauf – und runter!“

Aber warum werden Fahrzeuge überhaupt mit gefederten Fahrwerken ausgestattet? Sicher nicht nur wegen der Optik. Etwa, damit es die Fahrer schön bequem haben? Komfort ist nur ein Grund. Heute geht es ganz stark auch um Sicherheit: Je besser ein Fahrzeug – gleich, ob Fahrrad, Motorrad oder Auto – gefedert ist, desto besser ist der Kontakt zur Fahrbahn.

Früher, als langsame Kutschen auf schlechten Wegen unterwegs waren, hatte dieser Kontakt der Räder zur Fahrbahn, Straßenlage genannt, keine große Bedeutung. Aber mit der Erfindung des Automobils und immer stärkeren Motoren kamen die Konstrukteure bald an einen Punkt, an dem sie erkannten, dass Komfort nicht alles ist: Ein schlecht gefedertes Fahrwerk neigt dazu, „zu springen“: Einzelne Räder heben für einen winzigen Moment ab. Ein Rad, das keinen Kontakt zum Boden hat, kann aber weder Lenkbewegungen noch Bremskraft übertragen. Das kann dazu führen, dass das Fahrzeug in einer Kurve ausbricht oder unkontrollierbar wird.

Bei modernen Mountainbikes geht es noch um einen weiteren Aspekt: Klar, die Räder sollen durch die Federung alle Unebenheiten leicht überfahren und Kontakt zum Untergrund haben. Da der Sport aber ohnehin sehr anstrengend ist, soll der Fahrer möglichst bequem sitzen. Denn wer gnadenlos durchgerüttelt wird, verliert Kraft. Und dadurch wird man müde. Ein müder Fahrer riskiert, eine kritische Stelle auf dem Weg nicht mehr rechtzeitig zu erkennen und kann so in Gefahr geraten.

Im Automobilbau sind die Ingenieure so weit, dass die Fahrwerke mittels Sensoren selbst erkennen, ob die Straße gut oder schlecht ist. Gerade Limousinen der Oberklasse glänzen mit dieser Technik: Auf Kopfsteinpflaster stellt sich die Federung in Sekundenbruchteilen auf „butterweich“ ein, auf der Autobahn wird das Fahrwerk straffer und hat damit eine bessere Straßenlage. Manche Autos senken sich bei hohem Tempo sogar automatisch ab, damit der Luftwiderstand geringer wird und somit der Benzinverbrauch sinkt.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.


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