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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Kocht Wasser schneller, wenn man Salz hinzufügt?

Kategorie: Besserwisser, 29. August 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. August 2011)

Nudeln mit Tomatensoße, das ist vielleicht auch dein Lieblingsgericht. Es schmeckt gut und ist auch einfach zuzubereiten. Das Salz im Kochwasser soll nicht nur für einen besseren Geschmack sorgen, sondern auch die Kochzeit der Nudeln verkürzen. Stimmt das?

Ab einer bestimmten Temperatur, der sogenannten Siedetemperatur, beginnt Wasser zu kochen. Dieser Zeitpunkt wird auch Siedepunkt genannt. „Allgemein gilt: je höher die Siedetemperatur, desto kürzer die Kochzeit und desto weniger Energie wird für das Kochen benötigt“ erklärt Christian Tischendorf vom Institut für Thermodynamik der Technischen Universität Braunschweig. Die Kochzeit hängt allerdings nicht nur von der Siedetemperatur ab, sondern kann auch durch das Zugeben von Salz verringert werden.

Die Kochzeit verringert sich durch das Salz jedoch nur um wenige Sekunden, da in einem Topf mit einem Liter Wasser ein Esslöffel Salz die Siedetemperatur nur um ein halbes Grad erhöhen kann. Um die Kochzeit noch stärker zu verkürzen, müsste man deshalb fast ein halbes Kilogramm Salz hinzugeben, wonach die Nudeln leider nicht mehr genießbar wären.

Viel stärker lassen sich die Siedetemperatur und die Kochzeit durch den Luftdruck beeinflussen. Auf Meereshöhe beträgt der Luftdruck 1 Bar. Die Siedetemperatur liegt hier bei 100 Grad Celsius. In den Bergen, zum Beispiel auf einer Höhe von 3500 Metern, beträgt der Luftdruck nur noch 0,65 Bar. Dort liegt die Siedetemperatur dann bei etwa 90 Grad. Durch die niedrigere Temperatur verlängert sich deshalb die Kochzeit der Nudeln. Ab einer Höhe von 5000 Metern liegt die Siedetemperatur schon bei circa 60 Grad. Garkochen ist bei dieser Temperatur kaum mehr möglich, was den Speiseplan für Bergsteiger stark einschränkt.

Eine weitere Möglichkeit, die Kochzeit zu verkürzen, bietet der Schnellkochtopf, ein luftdicht verschlossener Kochtopf. Durch den Luftabschluss kann im Inneren des Topfes ein hoher Druck erzeugt werden, der die Siedetemperatur auf etwa 120 Grad erhöht. In der Regel wird der Schnellkochtopf aber für Fleisch- und Gemüsegerichte benutzt, da sie meist eine längere Kochzeit als Nudeln haben.

„Anstatt mehr Salz hinzuzugeben, sollte man beim Nudelkochen besser einen Deckel auf den Topf setzen. Damit können wir auch mit einem normalen Kochtopf Energie einsparen. Hierbei wird zwar nicht der Druck erhöht, aber das Wasser kocht schneller, denn es wird verhindert, dass Energie aus dem Topf entweicht“, rät Tischendorf.

(Autorin: Ann-Kathrin Meyerhof)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.


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