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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum werden die Blätter im Herbst bunt?

Kategorie: Besserwisser, 8. September 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 3. September 2011)

Mit ihren grünen Blättern sorgen Bäume für einen der wichtigsten biologischen Vorgänge auf unserem Planeten: Sie produzieren Sauerstoff, der uns Menschen und den Tieren zum Atmen dient. Für grüne Pflanzen ist der Sauerstoff aber nur ein „Abfallprodukt“ ihrer eigenen Ernährung.

In den Blättern geschieht, von außen unsichtbar, etwas Großartiges: Pflanzen können das Licht der Sonne nutzen, um ihre Nahrung, vor allem Traubenzucker herzustellen. Sie benötigen dazu Wasser, das sie über die Wurzeln aufnehmen, sowie Kohlendioxid. Das ist in der Luft enthalten und entsteht unter anderem, wenn wir ausatmen, also quasi Luft verbraucht haben. Das Sonnenlicht fällt auf die Blätter, in denen ein spezieller Farbstoff, das Chlorophyll, enthalten ist. Dieser Stoff sorgt nicht nur für die grüne Farbe, er macht auch das Sonnenlicht für die Pflanze nutzbar.

Mit Hilfe der Lichtenergie können Pflanzen die eigentlich nicht so wertvollen Ausgangsstoffe, die im Wasser enthalten sind, sowie das Kohlendioxid zu energiereicher Nahrung verbinden. Dieser Vorgang wird Photosynthese genannt.

Er findet nur tagsüber statt, weil eben die Sonne scheinen muss. Während die Pflanze die Nährstoffe verwertet, um zu wachsen, gibt sie den für sie überflüssigen Sauerstoff durch die Spaltöffnungen auf den Unterseiten der Blätter ab. Ein großer Baum gibt an einem schönen Sommertag pro Stunde so viel Sauerstoff ab, wie 50 Menschen in dieser Zeit zum Atmen benötigen – deswegen sind Waldspaziergänge auch so gesund!

Im Winter gibt es für Bäume ein großes Risiko. Es klingt ein wenig komisch, weil wir an viel Schnee denken, aber Pflanzen können im Winter verdursten, weil kein Wasser durch den gefrorenen Boden an die Wurzeln kommt. Die Pflanze schützt sich selbst, indem sie die Teile los wird, in denen das Wasser verbraucht wird – die Blätter. Zunächst holt sich der Baum das wertvolle Chlorophyll und lagert es in Stamm und Ästen ein. Mit dem Chlorophyll schwindet aber die grüne Farbe aus den Blättern, zurück bleiben die braunen, gelben und roten Farbtöne, die im Sommer überdeckt waren.

Schließlich werden die Blätter welk und fallen zu Boden. Und auch da ist die Natur noch praktisch: Die dicke Schicht gefallener Blätter schützt die Wurzeln vor Frost. Und im nächsten Frühjahr, wenn das Laub auf dem Boden sich zersetzt, kann der Baum die darin noch enthaltenen Nährstoffe wieder nutzen.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.