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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie lange können Wale die Luft anhalten?

Kategorie: Besserwisser, 28. September 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. September 2011)

Wale sind keine Fische, sondern Säugetiere. Wie wir Menschen müssen sie hin und wieder auftauchen um Luft zu holen. Hast du schon einmal gestoppt, wie lange du die Luft anhalten kannst? „Ein Mensch kann höchstens drei Minuten unter Wasser bleiben ohne Luft zu holen“, sagt Professor Ulrich Joger, Direktor des Staatlichen Naturhistorischen Museums in Braunschweig. Aber wie lange kann eigentlich ein Wal die Luft anhalten?

„Der Pottwal ist der Rekordhalter unter den Walen und kann bis zu 90 Minuten die Luft anhalten. In dieser Zeit kann er bis zu 3000 Meter tief tauchen“, erklärt Professor Joger. Das ist eine lange Zeit und du fragst dich bestimmt, wie das funktioniert.

Das Lungenvolumen der Pottwale ist im Verhältnis viel kleiner als das des Menschen. „Trotzdem kann der Pottwal wesentlich mehr Sauerstoff aufnehmen, weil er diesen im Fett und insbesondere in der Muskulatur speichert. Als Vorratskammer dient dem Wal dabei Myoglobin. Das ist ein Eiweiß in den Muskeln, das Sauerstoff speichern und wieder abgeben kann“, so Joger. Die Lunge hat während des Tauchgangs praktisch keine Funktion. Da der Körper des Wals keine luftgefüllten Hohlräume besitzt, sondern alles aus Fett besteht oder mit Flüssigkeit gefüllt ist, kann er auch einem hohen Druck in der Meerestiefe standhalten. „Ein Pottwal kann bis zu 20 Meter lang werden, die Nase nimmt davon fast ein Drittel ein“, erläutert Professor Joger. „Sie besteht aus Fett, das dem Druck unter Wasser nachgibt und so das Abtauchen erleichtert.“ Der Wal hat wie der Mensch zwei Nasenlöcher. Eines nutzt er zum Ein- und Ausatmen. Das andere füllt er mit Wasser, welches die Nase kühlt. Die Kühlung senkt den Sauerstoffverbrauch und das Fett in der Nase wird hart und schwerer, wodurch er ebenfalls schneller an Tiefe gewinnt. Auf dem Meeresgrund leben Riesenkalmare, das sind große Tintenfische. Sie sind die Leibspeise der Pottwale und der Grund, dass sie so tief tauchen. Mit Hilfe von Blutgefäßen kann der Wal das Fett im Nasenraum erwärmen. Die Schnauze dehnt sich dabei wieder aus und der Wal kann leichter auftauchen.

(Autorin: Johanna Kuhnert)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.