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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum kann ich mir manches besonders gut merken?

Kategorie: Besserwisser, 14. November 2011 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. November 2011)

Der nächste Vokabeltest steht an, und ihr müsst euch jede Menge Wörter merken. Mit den Vokabeln ist es wie mit Telefonnummern, Geburtstagen oder Namen: Manches könnt ihr euch besser und länger merken als anderes. Was passiert dabei im Gehirn, und wie können die Lernvorgänge unterstützt werden?

„Eine Region im Gehirn, die dafür zuständig ist, dass wir uns Dinge merken können, nennt sich Limbisches System. Hier gibt es den Hippokampus und die Amygdala, sie wird aufgrund ihrer Form auch Mandelkern genannt“, erklärt uns Neurobiologin Kristin Michaelsen-Preusse vom Zoologischen Institut der Technischen Universität Braunschweig. Bekommt das Gehirn neue Informationen, bilden sich im Hippokampus zwischen einzelnen Nervenzellen neue Verbindungen. „Je öfter ich zum Beispiel eine Vokabel wiederhole oder auch benutze, desto stärker und leistungsfähiger werden die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die man auch Synapsen nennt, und ich kann sie mir besser merken“, beschreibt Michaelsen-Preusse den Lernvorgang. Ob ihr euch auch in 20 Jahren noch an die Vokabel erinnern könnt, hängt davon ab, ob der Hippokampus die Information an euer Langzeitgedächtnis weitergegeben hat. „Der Hippokampus arbeitet wie ein Pförtner: Hält er die Vokabel für wichtig, weil sie beispielsweise besonders häufig wiederholt und benutzt wurde, leitet er sie in Form von elektrischen Signalen an die Großhirnrinde weiter, und ihr könnt euch auch in vielen Jahren noch erinnern“, weiß Kristin Michaelsen-Preusse.

Wenn Gelerntes nicht angewendet wird, werden die Verbindungen zwischen den Nervenzellen schwächer, oder sie bilden sich sogar zurück, und die Information wird vergessen. „Das ist ähnlich wie bei einem Muskel, der sich zurückbildet, wenn man ihn nicht benutzt. Zusätzlich kann das Gehirn zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterscheiden. Dabei ist es sinnvoll, auch einmal etwas Unwichtiges zu vergessen, um Platz für Neues zu schaffen“, erklärt die Neurobiologin Michaelsen-Preusse.

Der Mandelkern ist für Gefühle zuständig und kann das Lernen unterstützen oder auch hemmen. Ist die Stimmung beim Vokabellernen gut, kann sich das Gehirn das Gelernte besser einprägen. Lernt man dagegen unter zeitlichem Druck und mit Unwohlsein, ist der Lernerfolg nicht ganz so groß. Zusätzlich braucht das Gehirn Zeit, um die Informationen zu verarbeiten und entsprechend Nervenzellen zu verbinden. Kristin Michaelsen-Preusse rät deshalb, beim Lernen auf ein angenehmes Umfeld zu achten. „Ihr solltet euch wohlfühlen und euch bei allem Stress ausreichend Pausen gönnen. Gute Zeitplanung, genügend Schlaf und eine schöne Belohnung nach ein paar Stunden am Schreibtisch können euch beim Lernen unterstützen.“

(Autorin: Johanna Kuhnert)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

2 Antworten zu “Warum kann ich mir manches besonders gut merken?”

  1. Line sagt:

    Zuhause ist es durchaus möglich den Kindern ein angenehmes Lernumfeld zu schaffen. In der Schule ist dies leider nich so einfach. Hier hängt es stark von dem Lehrer ab ob ein angenehmes Klima in der Klasse ist oder ob Druck, der in Angst übergeht, auf die Kinder ausgeübt wird. Wenn dann auch noch gemobbt wird innerhalb einer Klasse lassen die schlechten Noten nicht lange auf sich warten.

  2. Dani sagt:

    Hilfreich ist es auch wenn man sich zu den schwierigsten Vokabeln eine „Eselsbrücke“ baut das hilft mir z. B. Vokabeln zu Lernen.
    Manche können auch bei ruhiger Musik gut Lernen aber das muss jeder für sich selbst herausfinden.

    Grüße

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