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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie trinkt eigentlich ein Hund?

Kategorie: Besserwisser, 11. März 2012 um 14:37

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. März 2012)

Bestimmt habt ihr schon mal einen Hund beim Trinken beobachtet. Feucht fröhlich schlabbert der Vierbeiner das Wasser aus seinem Napf. Meist bleibt die Umgebung dabei nicht ganz trocken. Aber wie genau trinkt der Hund eigentlich?

“Der Hund trinkt so schnell, dass man den genauen Vorgang mit bloßem Auge kaum wahrnehmen kann”, erklärt Biologin Dr. Dagmar Hilfert-Rüppell vom Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften an der Technischen Universität Braunschweig.

“Mit einer Zeitlupenkamera konnten wir in der Abteilung Biologie und Biologiedidaktik die Trinkbewegung des Hundes sichtbar machen. Die Kamera nimmt bis zu 600 Bilder pro Sekunde auf. Wir nutzen die Kameras auch im Biologie- oder Sportunterricht, hier können die Schüler selbst mit den verlangsamten Aufnahmen experimentieren.”

Die verlangsamte Aufnahme verrät, wie der Hund seinen Durst stillt: Der Hund klappt seine lange, breite Zunge nach hinten und formt so eine Art Kelle. Diese Kelle tunkt der Hund in seinen mit Wasser gefüllten Napf, zieht sie blitzschnell zurück in sein Maul und reißt so die Flüssigkeit mit in die Höhe. Mit seiner Schnauze kann der Hund nun nach der Flüssigkeit schnappen, bevor die Schwerkraft sie wieder zurück in den Napf platschen lässt. In kleinen Häppchen befördert der Hund das Wasser in sein Maul.

Die Katze trinkt dagegen etwas anders: Sie tupft immer wieder mit ihrer Zungenspitze an die Oberfläche des Wassers und zieht sie dann rasch zurück in ihr Maul. So lässt sie einen “Faden” aus Flüssigkeit entstehen. Durch die rasante Geschwindigkeit und die ununterbrochene Wiederholung des Zungenschlages bildet sich eine Art Wassersäule. Hierbei spritzt es deutlich weniger als beim Hund. Aber auch hier spielt die Schnelligkeit der Zunge die entscheidende Rolle.

“Die unterschiedlichen Trinktechniken von Hund und Katze erklären sich aus ihrer ursprünglichen Abstammung. Die Vorfahren der Katze lebten meist in trockenen Gebieten, wo Wasser knapp war. Sie konnten nur aus kleinen und oft sehr flachen Pfützen trinken. Die Urahnen des Hundes hingegen hatten in eher feuchten Gefilden ihr Zuhause und konnten tiefere Gewässer wie Flüsse und Seen mit reichlich Wasser als Quelle nutzen. Deswegen stippen Katzen nur an der Wasseroberfläche, während Hunde mit ihrer Zunge tief in den Napf eintauchen”, erklärt die Biologin Hilfert-Rüppell.

Die Zunge des Hundes hat übrigens noch mehr nützliche Aufgaben. So nehmen die Vierbeiner nicht nur den Geschmack ihres Hundefutters mit der Zunge wahr, auch säubern sie ihr Fell mit ihr. Außerdem können Hunde bei hohen Temperaturen nicht wie wir Menschen schwitzen. Sie gleichen die Wärme durch Hecheln aus. Und wenn ein Hund mit seiner Zunge an eurer Hand leckt, sagt er euch damit, dass er euch mag.

(Autorin: Sarah-Katharina Becker)

Zeitlupenaufnahme eines trinkenden Hundes

Quelle: https://www.tu-braunschweig.de/presse/veroeffentlichungen/filme/zeitlupenprojekt

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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