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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Was sind fossile Brennstoffe? Teil I: Die Kohle

Kategorie: Besserwisser, 28. April 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28. April 2012)

Nahe der Stadt Helmstedt, im Osten unserer Region, klafft ein gewaltiges Loch in der Erde. Es ist mehr als 60 Meter tief. Wer am Rand entlangwandert, muss mehr als zehn Kilometer zurücklegen. Dieses Loch haben Menschen gegraben. Mit gewaltigen Baggern wurde die Landschaft für immer verändert. Aber warum dieser Aufwand?

Hier wurde Braunkohle abgebaut. Einer der sogenannten fossilen Brennstoffe, zu denen auch Steinkohle, Erdgas und Erdöl gehören. Es sind die Überreste von Pflanzen und Tieren, die vor Millionen von Jahren gestorben sind. Das, was von ihnen tief im Boden übrig blieb, ist für den Menschen ungeheuer wertvoll geworden:

Mehr als 80 Prozent des Energiebedarfs auf der ganzen Erde wird durch die Verwendung dieser Brennstoffe gedeckt. Aber die Sache hat auch erhebliche Nachteile: Erstens reichen die Vorräte der ganzen Erde nur noch einige Jahrzehnte. Zweitens werden bei der Verbrennung in Kraftwerken und Automotoren gesundheitsschädliche Abgase und Wärme freigesetzt. Das führt zu einem weltweiten Anstieg der Temperaturen mit heftigen Konsequenzen: Wenn durch die Erwärmung das Eis an Nord- und Südpol abschmilzt, werden die Wasserspiegel der Meere ansteigen und niedrig gelegene Küstenregionen überfluten. Deswegen werden in vielen Ländern andere Möglichkeiten der Energiegewinnung gesucht oder verbessert – unter anderem Sonnen- und Windenergie.

Kohle ist für die Menschen schon lange von Bedeutung: Vor mehr als 1000 Jahren wurden in England die ersten Stollen in den Boden getrieben, um die schwarze Steinkohle abzubauen. Steinkohle hat den Vorteil, dass sie heißer verbrennt als Holz. Deswegen war und ist sie bei der Metallverarbeitung von Bedeutung.

Die heutigen Kohleschichten im Boden entstanden in der Urzeit: Damals gab es gewaltige Sumpfwälder – auch hier bei uns. Wenn Bäume, Büsche und Gräser abstarben, fielen sie auf den Boden. Diese Schichten wurden von Sand bedeckt, den Flüsse mit sich brachten. Durch den Druck der oberen Bodenschichten wurde aus dem organischen Material im Laufe vieler Jahrtausende eine schwarze Substanz, die vor allem aus Kohlenstoff besteht – Steinkohle.

Wo dieser Prozess nicht zum Abschluss kam, blieb es bei einer bräunlichen Masse, auch Braunkohle genannt, die einen geringeren Brennwert hat. Im Raum Helmstedt gab es vor Jahrmillionen einmal einen solchen Urwald an den Küsten eines urzeitlichen Meeres.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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