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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Was sind fossile Brennstoffe? Teil II: Das Öl

Kategorie: Besserwisser, 5. Mai 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 5. Mai 2012)

Am vergangenen Wochenende stellten wir euch die Braunkohle vor, ein fossiler Brennstoff, der in unserer Region, etwa bei Helmstedt, sehr verbreitet ist. Seltener ist das Erdöl. Den Wert dieses anderen Schatzes tief im Boden ahnten die Menschen lange nicht: Das schwarze und klebrige Erdöl wurde die meiste Zeit vor allem zum Abdichten von Schiffsrümpfen verwendet.

Erdöl – wie auch Erdgas – entstand wie Kohle unter mächtigen Bodenschichten unter hohem Druck. Ausgangsstoff waren abgestorbene Meeresorganismen, etwa Algen.

Als Brennstoff spielte Öl erst spät eine Rolle. Bis vor 150 Jahren wurden Lampen mit dem flüssigen Fett getöteter Walfische betrieben. Erst dann wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem Erdöl zu Kerosin und Petroleum verarbeitet werden konnte. Damit setzte sich schnell ein neuer Brennstoff durch.

Und Öl konnte noch mehr: Mit dem daraus gewonnen Treibstoff ließen sich kompakte Motoren antreiben, die viel leichter waren als die wuchtigen Dampfmaschinen. Die neuen Motoren waren so klein, dass sie in Kutschen eingebaut werden konnten – das Automobil war geboren.

Erdöl ist auch der wichtigste Ausgangsstoff für ein Material, das uns heute überall umgibt – von Spielsachen bis zur Einkaufstasche: Plastik.

Jahrzehntelang wurde hemmungslos von Öl und Kohle Gebrauch gemacht: Plastikmüll – der praktisch nicht verrottet, sondern jahrhundertelang liegen bleibt – wurde einfach auf Deponien geworfen. Plastik findet sich heute überall: an den Küsten der Polarregionen werden Abfälle ebenso angespült, wie sie auf den höchsten Bergen liegen, wo Touristen sie liegen lassen.

Durch die Verbrennung von Öl und Kohle wurden riesige Mengen an Schadstoffen in die Luft gepustet, die Menschen und Tiere krank machen. Erst in den letzten Jahren hat ein Umdenken eingesetzt: Bei uns wird Plastikmüll wiederverwertet, Autos und Fabrikschornsteine müssen mit aufwendigen Filtern versehen werden. Auf immer mehr Hausdächern sieht man Solaranlagen, die Sonnenlicht in Energie umwandeln. Vor allem an den Küsten sind „Windparks“ mit Windkraftanlagen entstanden. Aber es liegt noch viel Arbeit vor den Menschen, um unabhängig von den fossilen Brennstoffen zu werden.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

2 Antworten zu “Was sind fossile Brennstoffe? Teil II: Das Öl”

  1. Maren sagt:

    Vielen Dank für eure tollen Artikel! Die sind super um den Kids Sachverhalte zu erklären, die gerade aktuell sind und so als Fragen auftauchen.
    Und ich selbst lerne dabei auch manchmal etwas.
    Weiter so!

  2. Haus der Wissenschaft sagt:

    Danke, das freut uns!

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