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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Was sind Muskeln?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: — 21. Mai 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. Mai 2012)

Mausklick, Dauerlauf oder Herzklopfen: Bei jeder Bewegung unseres Körpers sind Muskeln im Spiel. Von unseren Augen bis zu den Zehenspitzen sind sie für uns im Einsatz. Aber was genau ist eigentlich die Muskulatur?

Wenn man Muskeln von Tieren unter dem Mikroskop betrachtet, erkennt man einzelne Fasern. Diese fadenförmigen Strukturen bestehen vor allem aus zwei unterschiedlichen Eiweißen. Das Spannende: Wenn über Nerven ein Impuls ausgelöst wird, können sich diese Eiweiße in den winzigen Muskelzellen ineinander schieben wie die Teile eines Teleskops. Das ist beim Mensch genauso. Wenn ihr zum Beispiel die Muskeln eurer Oberarme, den Bizeps, anspannt, verkürzen sich die Muskeln durch dieses Ineinanderschieben. Jede Bewegung ist eine Meisterleistung unseres Körpers: Wenn wir laufen, arbeiten Millionen von Muskelzellen zusammen – angeleitet von den Nerven, die ihre Befehle vom Gehirn oder dem Rückenmark empfangen.

Unser Skelett ist überall von Muskeln umgeben. 656 verschiedene gibt es beim Menschen. Sie halten uns aufrecht, sorgen dafür, dass wir nicht umfallen, und dafür, dass wir gehen, greifen, uns umsehen können. Muskelzellen leisten aber auch unverzichtbare Arbeit im Inneren des Körpers. Ein Herz ist ein einziger Muskel. Durch zusammenziehen und auseinanderdehnen wird Blut gepumpt, das Sauerstoff und Nährstoffe zu den Körperzellen bringt. Einen Großteil davon verbrauchen die Muskeln, die bei Männern etwa 40 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen, bei Frauen ungefähr 23 Prozent. Sogar in den Augen haben wir eine ganze Reihe von Muskeln: Da wären zunächst diejenigen, die unsere Augen bewegen. Außerdem gibt es ringförmige Muskeln, die die weichen Linsen durch Zusammenziehen oder Lockern dünner oder dicker werden lassen. Damit wird – wie bei einer Kamera – das Bild scharf gestellt.

Muskeln können sehr groß sein: Das größte Volumen hat der Gesäßmuskel, der hilft, unsere Beine zu bewegen. Ein winziger Muskel sitzt im Ohr: Der Steigbügelmuskel schützt durch seine Spannung vor Verletzungen des Gehörapparats bei sehr lauten Geräuschen. Bei so vielen Aufgaben, die ständig bewältigt werden müssen, ist es kein Wunder, dass die Muskeln einen großen Teil unserer Körperenergie verbrauchen. Das bedeutet auch: Ohne vernünftige Ernährung kann es keinen Muskelaufbau geben. Deswegen achten Sportler sehr genau drauf, die richtigen Energielieferanten zu sich zu nehmen: Getreide, Brot, Reis, Kartoffeln sind Beispiele für wertvolle Kost.

Wer Sport treibt, weiß auch, was ein Muskelkater ist. Früher sagte man, dass dieses schmerzhafte Ziehen in den Muskeln gut und gesund ist. Heute weiß man, das sich in den Muskelfasern durch die Überanstrengung winzige Risse bilden. In ihnen lagert sich Wasser ab, was zu Entzündungen führen kann. Das führt zwar zu keinen Schäden, ist aber auch nicht von Vorteil. Eurer Trainer im Verein wird darauf achten, dass ihr es nicht übertreibt.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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