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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum lieben wir TV-Serien?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , , , — 29. Mai 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26. Mai 2012)

Kennst du das auch? Du sitzt gemütlich auf dem Sofa und schaust dir deine Lieblingsserie im Fernsehen an. Kaum ist die letzte Szene vorüber, freust du sich schon auf die nächste Folge. Wie werden die Helden wohl ihr nächstes Abenteuer meistern? Hast du dir dabei schon einmal Gedanken darüber gemacht, wieso man eigentlich so gerne Fernsehserien schaut?

Es gibt üblicherweise zwei Formen von Serien. Die erste erzählt eine fortlaufende Geschichte. „Diese Form der Serie nennt man auch Seifenoper“, erklärt Professorin Heike Klippel vom Institut für Medienforschung an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. „Dort, wo die Handlung in der einen Folge endet, beginnt sie in der nächsten auch wieder – der Ausgang der Handlung bleibt am Ende offen. Manchmal kämpfen die Figuren über Wochen hinweg mit ein und demselben Problem.“ Bei der zweiten Form der Serie wird die Geschichte innerhalb einer Folge abgeschlossen. Es tauchen zwar stets dieselben Figuren auf, jedoch starten die einzelnen Geschichten in jeder Folge von Neuem und werden am Ende der Folge abgeschlossen. Ein besonderes Merkmal ist, dass die Figuren nicht älter werden, die einzelnen Episoden sind untereinander austauschbar. Fallen dir zu den verschiedenen Serienformen Beispiele ein? Achte doch das nächste Mal, wenn du „Schloss Einstein“ oder „SpongeBob“ schaust, darauf, welcher Form die beiden Serien jeweils angehören.

„Der besondere Reiz der Serie liegt in der Wiederholung“, so Professorin Klippel. „Wir erleben täglich oder wöchentlich die Geschichten derselben Personen, Tiere oder Figuren in einer überschaubaren Welt, die uns mit der Zeit selbst sehr gut bekannt ist und in der wir uns wohlfühlen.“ Das Prinzip der Wiederholung finden wir bereits in der Serienmusik. Zu Beginn eröffnet in der Regel dasselbe Lied die Serie, lässt sie uns wiedererkennen und hinterlässt nur allzu oft einen langanhaltenden Ohrwurm. Unsere Lieblingsserie führt uns außerdem meist zurück an dieselben Orte – wir kennen die Wohnung der Hauptfiguren wie unsere eigene Westentasche. Oft haben wir außerdem bei Problemsituationen eine Vorahnung, wer gleich die clevere, hilfebringende Lösung parat haben wird. Diese Vorahnung kommt daher, da die Serienfiguren in jeder Folge auf eine ähnliche Weise handeln, wie sie es bereits zuvor getan haben. Auch dies gehört zum Prinzip der Wiederholung.

Oft kommen bei Serien außerdem sogenannte „Stereotypen“ zum Einsatz. So nennt man Figuren, aus Serien und auch Filmen, die ähnliche Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen gemeinsam haben: „Ein beliebter Charakter in Kinderserien ist zum Beispiel der Pfiffige, der immer weiß, was zu tun ist und letztlich die Idee hat, die aus der Klemme hilft. Wir finden außerdem oft eine Figur, die ein wenig tollpatschig oder nachdenklich ist, und eine, die vorschnell handelt ohne nachzudenken und so der Auslöser von Problemen sein kann“, weiß Professorin Klippel. Und gerade die Charaktere einer Serie sind es ja, die uns an eine Serie binden. Sie sind der Grund, weshalb wir schlussendlich immer wieder den Fernseher einschalten.

(Autorin: Sarah-Katharina Becker)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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