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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum auch Kinder prima philosophieren können

Kategorie: Besserwisser, 22. Juli 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21. Juli 2012)

Wieso muss ich mich an Regeln halten? Was ist Glück? Was ist der Unterschied zwischen Menschen und Tieren? Fragen, die du dir vielleicht auch schon einmal gestellt hast und auf die deine Eltern nicht immer eine Antwort parat haben. Wusstest du, dass dich deine natürliche Neugier zu einem Junior-Philosophen macht?

„Philosophen sind Menschen, die die Welt verstehen wollen. Sie beobachten ihre Umgebung sehr genau, hinterfragen sie und versuchen, selbst nach Antworten zu suchen. Ihr Ziel ist es, sich die Welt aus ihren eigenen Gedanken heraus zu erschließen. Sie wollen sich dabei nicht mit der erstbesten Erklärung abfinden“, erklärt Professorin Dr. Nicole C. Karafyllis vom Seminar für Philosophie an der Technischen Universität Braunschweig.

Das Wort Philosophie heißt übersetzt ?Die Liebe zur Weisheit?. Die Frage nach dem ?Warum? ist ihr ständiger Begleiter. Jedes Mal, wenn du versuchst, deine Umgebung zu verstehen, und deine Eltern fragst, warum, weshalb, wieso etwas so ist, wie es ist, bist auch du auf der Suche nach der Wahrheit.

„Für Philosophen ist es oft sehr hilfreich, sich die Welt so vorzustellen, wie ein Kind sie sieht. Das heißt, man versucht alles Festgefahrene abzustreifen, um so seine Umgebung völlig unvoreingenommen betrachten zu können“, so Professorin Karafyllis. Siehst du, dass du damit einen sehr großen Vorteil gegenüber den Erwachsenen hast? Du hast also die perfekte Ausgangslage, um dir selbst wichtige Gedanken zu machen.

Wichtig dabei ist aber, dass du dich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden gibst. Um die richtige Lösung für ein Problem zu finden, musst du es von vielen verschiedenen Seiten aus betrachten. Deswegen ist es sehr hilfreich, mit anderen zusammenzuarbeiten. „Wenn Philosophen der Antwort auf eine Frage näher kommen, diskutieren sie mit anderen, zum Beispiel mit Naturwissenschaftlern, um herauszufinden, ob sie auf der richtigen Spur sind. Sie vergleichen ihre Beobachtungen und Gedankengänge und tauschen ihre Meinungen aus“, erklärt Professorin Karafyllis.

Manchmal kann man sich schnell auf eine Antwort einigen. Beispielsweise, wenn du dich mit einem Freund darauf einigst, welche Farbe der Himmel hat. Der Himmel ist blau und nicht grün, ganz klar! Schwieriger wird es, wenn ihr euch entscheiden müsstet, was gerecht ist und was nicht. Fändest du es gerecht, wenn dein Freund viel mehr Spielzeug hätte als du? Und fände er es wohl fair, wenn er dir etwas von seinem Spielzeug abgeben müsste? Wie viel müsste er dir abgeben, um Gerechtigkeit herzustellen?

Du siehst, die Antwort auf eine solche Frage ist viel schwieriger und braucht viel mehr Überlegungen, als die nach der Farbe des Himmels. Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken.

(Autorin: Sarah-Katharina Becker)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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