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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum ist Meerwasser salzig?

Kategorie: Besserwisser, 10. September 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 8. September 2012)

Viel zu schnell gingen die Sommerferien vorüber. Vielleicht hast du deinen Urlaub am Meer verbracht und dich beim Baden gefragt, warum das Meerwasser im Gegensatz zum Wasser in Flüssen salzig ist?

Mit 71 Prozent ist der größte Teil der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt. Davon sind circa 97 Prozent Salzwasser und nur etwa 3 Prozent Süßwasser. Doch auch Süßwasser ist ’salzig‘. Bei einem Blick auf das Etikett einer handelsüblichen Flasche Mineralwasser wirst du feststellen, dass darin neben vielen anderen Mineralien auch Kochsalz, sogenanntes Natriumchlorid, aufgelöst in Na+ und Cl-, enthalten ist. Allerdings in so geringen Konzentrationen, als dass du sie schmecken könntest.

Wenn auch in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten Nordsee, Mittellandkanal, Trinkwasser aus der Leitung oder Mineralwasser aus dem Supermarkt sehr ähnliche Inhaltsstoffe. „Der Salzgehalt im Meerwasser ist mit durchschnittlich 35 Gramm pro Liter allerdings deutlich höher als in einer Mineralwasserflasche, die nur einige Milligramm pro Liter enthält“, erklärt Phillip Kreye, Diplom-Geoökologe von der Abteilung für Hydrologie, Wasserwirtschaft und Gewässerschutz am Leichtweiß-Institut für Wasserbau der Technischen Universität Braunschweig.

Doch woher kommt das ganze Salz? „Während der Passage durch den Boden und das Grundwasser löst das Regenwasser Mineralien wie Natrium, Chlor, Sulfat, Magnesium, Calcium und Kalium aus den Gesteinsschichten der Erde heraus. Durch Flüsse werden diese herausgewaschenen Stoffe ins Meer transportiert. Selbst wenn Flusswasser zur Kategorie ‚Süßwasser‘ zählt, enthält es daher einen geringen Anteil an Salzen“, erläutert Phillip Kreye.

Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet das Meerwasser und steigt als Wasserdampf in den Himmel auf – das Salz bleibt bei diesem Prozess im Meer zurück. Der Wasserdampf zieht ins Landesinnere, bildet Wolken und kommt zum Beispiel in Form von Regen wieder auf die Erdoberfläche zurück. Flüsse und Bäche füllen sich, und der gesamte Wasserkreislauf beginnt von vorne.

Ein Übersalzen der Meere wird durch Salzablagerungen am Meeresboden verhindert, die von neuen Erdschichten überlagert werden und durch Unterschiebung an den Rändern der Kontinentalplatten in den Erdmantel geschoben werden. Die Mineralien in diesen Ablagerungen können durch Hebungen auch wieder an die Erdoberfläche gelangen und werden dort erneut Teil des Wasserkreislaufs. Des Weiteren wird Salz durch Wind an die Meeresküsten getragen, wo es im Boden versickert und im Wasserkreislauf für ‚Salznachschub‘ sorgen kann.

Hättest du gedacht, dass in Meerwasser auch Gold enthalten ist? Alle Ozeane der Erde enthalten zusammen über fünf Millionen Tonnen Gold! Bevor du nun mit Kescher oder Goldsieb bewaffnet zur Nordsee stürmst – die Menge pro Liter ist so gering, dass du tausende Liter Meerwasser und riesige technische Anlagen bräuchtest, um winzige Mengen Gold herauszufischen.

(Autorin: Ann-Kathrin Meyerhof)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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