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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie funktioniert ein Türschloss?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , — 17. September 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. September 2012)

Klack, die Haustür ist zu. Wer jetzt seinen Hausschlüssel vergessen hat, hat schlechte Karten. Denn moderne Schlösser sind kaum noch zu überlisten. Aber bis dahin war es ein langer Weg.

Schlösser und Schlüssel gibt es seit der Zeit der Römer. Das Prinzip ist bis heute gleich geblieben. Ein Riegel aus Metall wird beim Abschließen in eine Fuge im Türrahmen oder in der Wand geschoben: Die Tür kann nicht mehr geöffnet werden. Nur der passende Schlüssel lässt sich in das Schlüsselloch stecken und drehen. Dabei werden im Inneren des Schlosses kleine Metallteile so verschoben, dass der Riegel zurückbewegt wird, die Tür lässt sich wieder öffnen.

Im Mittelalter wurden Truhen mit wertvollem Inhalt besonders aufwendig gesichert: Die Mechanismen der Schlösser waren so groß und komplex, dass sie teilweise fast den ganzen Deckel der Truhe einnahmen. Jedes Metallteil musste einzeln geschmiedet und angepasst werden.

Einen Nachteil hatte die Sache: Die Schlüssel waren sehr simpel. Sie bestanden aus dem Griff, einer Metallachse sowie einer Metallplatte am anderen Ende. Diese kleine Platte – wegen ihrer Form auch Schlüsselbart genannt – war mit Vertiefungen versehen, die genau in die Mechanik des Schlosses passte.

Noch heute sind die meisten Schlüssel für die Zimmertüren eines Hauses so aufgebaut. Der Nachteil: Geschickte Zeitgenossen konnten mit Geduld und einer Feile recht problemlos eine Kopie des Schlüssels anfertigen. Da die meisten Schlüssel sich noch bis vor wenigen Jahrzehnten recht ähnlich sahen, benutzten Einbrecher „Dietriche“. Das ist eine Sammlung verschiedener Schlüssel an einem Bund. Es wurde einfach so lange probiert, bis einer passte. Andere Übeltäter stocherten mit einem Haken im Schloss herum, bis sie den Punkt erreichten, an dem der richtige Schlüssel auf die Mechanik drücken musste. Mit dem Haken konnten sie so das Schloss aufsperren.

Deswegen werden heute für Haustüren Schließzylinder eingebaut. Die Schlüssel haben keinen Bart mehr, sondern über die ganze Länge kleine Vertiefungen. Im Inneren des Schlosses befinden sich kleine, bewegliche Metallstifte. Sie passen sich exakt den Vertiefungen des Schlüssels an. Sitzt jeder Stift an seinem Platz, ist der runde Schließzylinder außen ganz glatt. Dreht man jetzt den Schlüssel, bewegt sich der gesamte Zylinder und schiebt den – oder gleich mehrere – Riegel zurück.

Zusätzlich sind moderne Schlösser mit Aufbohrschutz versehen. Außerdem kann man nicht einfach zum Schlüsseldienst gehen und eine Kopie machen lassen: Nur wer sich als rechtmäßiger Eigentümer ausweisen kann, darf einen Nachschlüssel machen lassen.

Eine neue Variante sind Schließsysteme: Hier arbeitet Elektronik im Inneren der Tür. Wer die passende Chipkarte hat, steckt sie in den Schlitz. Dann öffnet sich die Tür sofort. Dadurch, dass der Code immer wieder verändert wird, sind die Systeme extrem sicher. Harte Zeiten für Einbrecher.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

Eine Antwort zu “Wie funktioniert ein Türschloss?”

  1. Murat sagt:

    Ich danke Ihnen für diesen interessanten Artikel. So kann man mal einen Einblick in die Arbeit von einem Schlüsseldienst bekommen.

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