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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum ist Krebs gefährlich?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , — 24. September 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22. September 2012)

Sicherlich weißt du, dass Krebs nicht nur ein Tier ist, sondern auch eine Krankheit. Doch warum ist die Krankheit Krebs eigentlich so gefährlich?

Ob Haut, Blut oder Gehirn, unser Körper besteht aus vielen verschiedenen Zellen. Als kleinste Einheit unseres Körpers übernehmen sie die unterschiedlichsten Aufgaben.

„Eine wichtige Aufgabe aller Zellen besteht darin, sich zu teilen, damit wir wachsen oder unsere Organe erneuern können. Dabei weiß jede Zelle, wo sie hingehört und wie oft sie sich teilen darf. Bei einigen Menschen verläuft diese Teilung jedoch nicht nach Plan. Dann spielen die Zellen verrückt und teilen sich völlig unkontrolliert immer weiter, obwohl schon genug da sind. Diese Wucherung von Zellen wird dann Tumor genannt“, erklärt Dr. Christian Stern, Immunbiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

Ein Tumor kann entweder gut- oder bösartig sein. Gutartige Tumore haben keine negative Wirkung auf unseren Körper. Bösartige Tumore wachsen hingegen in lebenswichtigen Organen und zerstören sie. Das ist dann oft sehr schmerzhaft und kann sogar zum Tod führen. Solche gefährlichen Tumore bezeichnet man dann als Krebs. Außerdem können sich solche bösen Zellen oft im ganzen Körper auszubreiten und weitere Organe befallen.

Normalerweise reagiert unser Immunsystem – das Abwehrsystem des Körpers – sehr schnell, wenn es etwas Ungewöhnliches oder Fremdes entdeckt. Krebszellen sind jedoch sehr anpassungsfähig und in der Lage, ihr Aussehen und ihre Eigenschaften zu verändern. Getarnt als gesunde Zellen, überlisten sie das Immunsystem und können zum Beispiel von der Leber hinauf in die Lunge wandern und dort Tochterwucherungen, auch Metastasen genannt, bilden.

Darüber hinaus entwickeln Tumore auch ihre eigenen Blutgefäße. So können sie sich selbst mit allem versorgen, was für schnelles, gefährliches Wachstum gebraucht wird. Teilweise sind sie selbst gegenüber einigen Krebsmedikamenten widerstandsfähig.

Jede Krebsart ist so verschieden, dass es bislang noch keine Allzweckwaffe gibt, die allen den Garaus macht.

Das Team um Dr. Christian Stern forscht am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung seit langem an einer neuen Therapieform zur Bekämpfung von Krebszellen. Im Kampf gegen den Krebs arbeiten sie mit Salmonellen, einem stäbchenförmigen Bakterium, das eigentlich Lebensmittelvergiftungen verursacht.

Eine Krankheit mit Krankheitserregern bekämpfen? „Wir entwickeln Salmonellen die möglichst harmlos für einen Patienten sind, aber gefährlich für einen Tumor. Die Bakterien gelangen in den Tumor und zerstören ihn. Zusätzlich wird so auch das Immunsystem wieder gegen den Krebs aktiv und trägt zur Zerstörung bei“, antwortet Dr. Christian Stern. Bis daraus eine Allzweckwaffe im Kampf gegen den Krebs wird, die ohne Nebenwirkungen in der Krebstherapie eingesetzt werden kann, sind allerdings noch viele Versuche im Labor notwendig.

(Autorin: Ann-Kathrin Meyerhof)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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