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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Wie funktioniert 3D-Kino?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , — 5. November 2012 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 3. November 2012)

Junge, Junge! Das Urzeitmonster scheint direkt aus der Leinwand herauszuspringen. 3D-Kino ist absolut angesagt (wenn die Filme gut sind)! Neu ist das alles aber nicht: Schon eure Großeltern konnten 3D-Filme im Kino bewundern. Aber wie kommt es, dass die Filmfiguren räumliche Gestalt anzunehmen scheinen?

Möglich wird der verblüffend echte Tiefeneindruck durch die simple Tatsache, dass unsere Augen einigen Abstand voneinander haben: Das Gehirn setzt beide Bilder zu einem räumlichen Gesamteindruck zusammen. Probe gefällig? Haltet einfach einen Zeigefinger ein paar Zentimeter vor eure Nasenspitze. Wenn ihr jetzt abwechselnd ein Auge geöffnet und das andere geschlossen haltet, scheint der Finger hin und her zu springen. Erst im Gehirn entsteht das fertige Bild aus der Kombination beider Augenblicke.

Ein normaler Kinofilm wird mit Kameras aufgenommen, die nur ein Objektiv haben. Bei der Wiedergabe auf der Leinwand erscheint uns das ganze Bild flach. Spezielle Kameras mit zwei Objektiven nehmen das Motiv gleichzeitig leicht voneinander versetzt zweifach auf. Das reicht natürlich für den 3D-Genuss noch nicht aus. Jetzt kommen die speziellen Brillen ins Spiel, die ihr im Kino tragt: Sie sorgen dafür, dass jeweils ein Auge das richtige Bild sieht, damit im Kopf der räumliche Gesamteindruck entsteht. Dazu gibt es verschiedene Techniken: Bei manchen Brillen lässt jeweils eines der beiden Brillengläser nur eine spezielle Art von Lichtwellen durch. Jedes Auge wird also unterschiedlich bedient. „Shutterbrillen“ besitzen kleine Blenden, die sich blitzschnell öffnen und schließen. Das geschieht auf beiden Seiten abwechselnd.

Als eure Großeltern sich beim „Schrecken des Amazonas“ oder ähnlichen Reißern gruselten, war die Technik noch lange nicht ausgereift: Es mussten zwei Filme gleichzeitig bei der Herstellung aufgenommen und im Kino auch exakt so abgespielt werden. Wenn nicht alles absolut synchron lief, war es mit dem Raumbild vorbei.

Heute macht es die Digitaltechnik wesentlich einfacher, vor allem bei Animationsfilmen. Dabei wird nicht mehr gefilmt, sondern am Computer berechnet. „Virtuelle Kameras“ arbeiten so präzise, dass im Kino garantiert alles perfekt passt. Aber nicht alle Menschen können das Bild tatsächlich räumlich erkennen. Wer nur auf einem Auge sehen kann, wird den Effekt nicht wahrnehmen können. Manche Menschen leiden aufgrund der starken Beanspruchung für die Augen auch unter Übelkeit und Kopfschmerz.

Übrigens: Es gibt auch einige 4D-Kinos. Die Eindrücke werden dadurch verstärkt, dass Sitze vibrieren, künstlicher Nebel erzeugt oder Wind gemacht wird. Gerade auf modernen Kreuzfahrtschiffen sind diese Kinos sehr beliebt. Manchmal wird sogar mit Düften gearbeitet.

(Autor: Michael Michalzik)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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