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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Was sind Tattoos?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , — 2. Februar 2013 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 2. Februar 2013)

Namen geliebter Menschen, japanische Schriftzeichen, Motive aus der Südsee oder das Wappen des Lieblingsvereins: Nach wie vor lassen sich viele Menschen in Deutschland tätowieren. Laut einer Untersuchung der Universität Leipzig tragen mehr als 25 Prozent aller jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren ein Tattoo. Eine ganze Industrie ist entstanden, um der Nachfrage Rechnung zu tragen. Und immer größer wird auch die Zahl der Behandlungsmethoden, um die eigentlich dauerhaften Zeichnungen wieder zu entfernen. Unsere Zeit ist eben doch schnelllebig.

Die Kunst des Tätowierens ist uralt. Steinalt könnte man sagen. Denn sogar Steinzeitmensch „Ötzi“, dessen 5300 Jahre alter Leichnam in den Alpen entdeckt wurde, trägt eine ganze Reihe von Tätowierungen auf seiner Haut. Geheimnisvolle kleine Zeichen, die vermutlich mit einer frühen Religion in Zusammenhang stehen.

In Südamerika wurden jahrtausendealte Mumien gefunden, die Tätowierungen aufwiesen. Sogar im Alten Testament gibt es zu Tattoos eine Aussage: „… geätzte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der Herr.“ (3. Mose 19,28). Bei den Völkern der Südsee haben Tätowierungen eine uralte Tradition. Dort war es, wo die europäischen Seefahrer diesen exotischen Körperschmuck kennenlernten und mit in ihre Heimat brachten. Aus der Tahiti-Sprache kommt auch das ursprüngliche Wort „tatau“.

Lange Zeit wurden Tattoos in Europa nur mit Matrosen oder Sträflingen in Verbindung gebracht. In Japan war es bis vor 150 Jahren üblich, Straftäter dauerhaft zu zeichnen. Sie mussten ihr Leben deswegen fortan am Rande der Gesellschaft fristen.

Die Technik des Tätowierens ist im Prinzip immer gleich geblieben: Mit feinen Nadeln wird bis in die zweite Hautschicht dorthin gestochen, wo das Motiv zu sehen sein soll. Früher wurden Asche oder Farbe in die kleinen Wunden gerieben. Die Seeleute benutzten oft Tinte auf Nadeln. Heutzutage werden elektrische Tätowiermaschinen eingesetzt. In jedem Fall werden die Farbpigmente durch körpereigene Zellen so umhüllt, dass sie nicht mehr abgebaut werden können. Theoretisch bleibt ein Tattoo ein ganzes Leben lang erhalten.

Das mag nun aber nicht jeder: Irgendwann kann man es vielleicht nicht mehr sehen, oder man hat einen neuen Lieblingsverein. Oder man sieht einfach keinen Sinn mehr darin, mit einem schrillen Tattoo auf sich aufmerksam machen zu müssen. Die Entfernung galt lange als sehr schmerzhaft. Oft blieben auch hässliche Narben zurück, weil Hautgewebe zerstört wurde. Heutzutage wird mit verschiedenen Laserstrahlen gearbeitet: Sie erhitzen die Zellen, die die Farbpigmente eingekapselt haben.

Einen neuen Weg gehen einige Hersteller von Tätowierfarben: Spezielle Farben sollen viel leichter entfernbar sein. Am einfachsten ist es natürlich, sich gar nicht erst dauerhaft zeichnen zu lassen. Immer beliebter werden Tattoos, die aus dem natürlichen Farbstoff Henna bestehen: Sie werden einfach nur aufgemalt und verschwinden nach einigen Wochen wieder.

(Autor: Michael Michalzik, Phaeno)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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