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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum pupsende Kühe schlecht fürs Klima sind

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , , — 22. September 2014 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. September 2014)

Es ist schon erstaunlich: Eine Kuh hat vier Mägen. Kein Wunder, dass so ein Verdauungsprozess bis zu drei Tage dauern kann. Der erste Magen heißt Pansen. Hierher gelangt das gefressene Gras und wird von Bakterien zerkleinert. „Die Bakterien wohnen im Magen der Kuh und helfen der Kuh beim Verwerten ihrer Nahrung. Dieser Vorgang nennt sich Gärung“, erklärt Dr. Torsten Meyer vom Institut für Biotechnologie der TU Braunschweig.

Dabei machen die Bakterien ganz schön viel Dreck, wie zum Beispiel das Gas Methan, das die Kuh durch Rülpsen oder Pupsen absondert. Da Methan nach dem Ausstoß in der Luft bleibt, kann es in großen Mengen schädlich für die Umwelt sein. „Das Gas begünstigt den Treibhauseffekt, wodurch es auf der Erde immer wärmer wird“, sagt Dr. Meyer. Die Erde kann man dabei mit einem Gewächshaus vergleichen, in dem sich die Wärme staut. Um so klimaschädlich zu sein wie eine Kuh in einem Jahr, müsste ein Auto einmal um die Welt fahren.

Wie bei den Autos gibt es auch viele Forscher, die daran arbeiten, dass die Kühe weniger der Umwelt schaden. Dr. Meyer und sein Team iGEM setzen bei einem Bakterium im Kuhmagen an: Es gibt nämlich in der Natur ein Bakterium, welches Methan umwandeln kann. Dabei wird das Bakterium E.coli umprogrammiert. Somit könnte man dann dieses umgebaute Bakterium mit einem Katalysator eines Autos vergleichen: Es wandelt das Methan in einen anderen Stoff um, und macht die Kühe somit „klimafreundlicher“.

(Autorin: Julia Ossenkopp)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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