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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Warum bekommt man Gehirnfrost?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , — 17. August 2015 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. August 2015)

Fast jeder kennt ihn: diesen stechenden Schmerz im Kopf, wenn man mal wieder sein Eis zu schnell verschlungen hat oder ein kaltes Getränk zu schnell runterschluckt. Umgangssprachlich ist der Kältekopfschmerz auch als „Gehirnfrost“ oder „Eiscreme-Kopfschmerz“ bekannt. Was es mit diesen Kopfschmerzen auf sich hat, erklärt Dr.  Tobias Weiland, Facharzt für Neurologie im Klinikum Braunschweig: „Kältekopfschmerzen entstehen, wenn kaltes Essen oder Trinken den kälteempfindlichen Gaumen berühren. Der Kältereiz wird an das Gehirn weitergeleitet, um es vor allzu großer Abkühlung zu schützen.“ Unsere überlebenswichtige Denkzentrale reagiert mit einer Blutgefäßerweiterung der vorderen Hirnhauptschlagader, damit mehr warmes Blut ins Gehirn rauscht, um der Kälte entgegen zu wirken. „Dabei kommt es kurz zu vermehrtem Druck im Gehirn, das im Schädelknochen gefangen ist und sich deswegen nicht einfach aufblähen lässt. Hierauf beschweren sich die Nervenzellen dann mit Schmerzsignalen“, sagt Weiland. Der Kopfschmerz ist ungefährlich und nach ein paar Sekunden schon wieder vorbei. „Bei ansteigendem Druck im Kopf wird gegengesteuert, bevor dieser gefährlich wird, so dass die Blutgefäße schnell wieder eng gestellt werden“, beruhigt Weiland. Um den Kälteschmerz zu verhindern, sollte man ein Eis besser langsam und in kleinen Stückchen genießen oder die Zunge einfach an den Gaumen drücken, das wärmt.

 

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.