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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Die Zeit mit Sand messen

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , — 4. Januar 2016 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. Dezember. 2015)

Was hat denn eine Sanduhr an der Kanzel in der Kapelle St. Annen in Goslar zu suchen? Sie stammt noch aus der Zeit, als Sanduhren weit verbreitet waren. Sie zeigten auf Schiffen die Wachablösung an oder dem Pfarrer, wann es Zeit war, an das Ende der Predigt zu denken. Heute führen sie nur noch ein Schattendasein, da man nun viel genauere Uhren herstellen kann. Vielleicht hast du ja eine Sanduhr zum Zähneputzen. Allerdings ist meist kein Sand darin. Man bevorzugte schon im Mittelalter Marmorstaub oder fein geriebene Eierschalen. Heute sorgen meist kleine, runde Glasperlen für einen guten Durchfluss. Bei einer Sanduhr wird die Zeit durch die Menge des Materials gemessen, der in den unteren Kolben rieselt. Die Wände der Kolben sind steil, damit der Sand nicht darauf liegen bleibt. So fallen die Glaskugeln durch die Schwerkraft nach unten.

Interessant ist, warum die Körner so gleichmäßig fallen, egal wie viel Sand sich über ihnen türmt. Eigentlich würde man sich ja vorstellen, dass bei höherem Sandstand im oberen Kolben, der Sand schneller rieselt. Sand oder eben auch kleine Glasperlen bilden jedoch stabile Netzwerke, die den Druck der oberen Schichten auf die Seitenwände ableiten. So macht es kaum etwas aus, wie hoch der Sandstand ist.

 

 

 

 

(Autorin: Andrea Behrens)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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