direkt zum Inhalt zur Hauptnavigation

Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Das Internet im Waldboden

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , — 31. August 2016 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. Juli. 2016)

Pilzsammler verraten ihren geheimen Sammelplatz nicht. Denn sie wissen genau, dass sie dort immer wieder zum Beispiel die begehrten Steinpilze finden werden. Diese gehen eine enge Verbindung mit ihrem Wirtsbaum wie zum Beispiel Fichten ein. Sie legen ein Geflecht von kleinen Pilzfäden, den Hyphen, um die Wurzelenden des Wirtsbaums, und beide Seiten haben dadurch einen entscheidenden Vorteil: Der Baum wird besser mit Nährsalzen und Wasser aus dem Boden versorgt, der Pilz erhält Kohlenhydrate.

Dass in dem Boden noch viel mehr an Handel von wichtigen Nährstoffen entsteht, konnten jetzt Forscher mit einem aufwendigen Projekt beweisen. Sie begasten ein Stück Wald mit markiertem Kohlendioxid. Dieses wandelten die dort stehenden Bäume durch Photosynthese in Zucker um. Doch dann geschah etwas Tolles: Die Forscher konnten diesen markierten Zucker in vielen anderen Bäumen nachweisen, die gar nicht begast worden waren. Sogar in anderen Baumarten. Dies bedeutet, dass die Bäume mit Hilfe dieser weit verzweigten Pilzhyphen im Boden Nährstoffe austauschen. Deswegen nennen manche diese Verbindungen auch Internet oder „Wood- Wide-Web“ des Bodens. Mal sehen, was in den nächsten Jahren noch herauskommt, was Bäume so untereinander austauschen: Vielleicht auch Botschaften wie „Auweia, da kommt schon wieder der Hund, der diesen Baum so gerne mag“?

 

(Autorin: Andrea Behrens )

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.