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Haus der Wissenschaft - Kinderblog

Was ist Mittelhochdeutsch?

Kategorie: Besserwisser, Schlagwörter: , , — 12. September 2016 um 16:09

(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. September. 2016)

In Deutschland sprechen wir meistens Hochdeutsch. Aber haben die Menschen eigentlich immer schon so gesprochen wie heute?

„Im Mittelalter haben die Menschen Mittelhochdeutsch gesprochen“, erklärt Dr. des. Wiebke Ohlendorf, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik der Technischen Universität Braunschweig, „wir wissen nicht ganz genau, wie das geklungen hat. Es gibt aber viele Texte, die auf Mittelhochdeutsch geschrieben sind.“

Anhand dieser Texte kann man herausfinden, wie sich die Sprache entwickelt hat. „Mittelhochdeutsch wurde von circa 1050 bis 1350 gesprochen. Daraus entwickelte sich das Frühneuhochdeutsche und daraus das Neuhochdeutsche. Mittelhochdeutsch ist also eine historische Sprachstufe des Deutschen“, sagt Frau Ohlendorf. Die Entwicklung der verschiedenen Sprachen auf der Welt teilt man in Sprachstufen ein. Dabei hat man auch herausgefunden, dass viele Sprachen gemeinsame Ursprünge haben.

Die Menschen im Mittelalter haben übrigens nicht alle gleich gesprochen. Es gab viele Dialekte und die Sprache war nicht einheitlich wie heute. „Der wichtigste Unterschied zum Neuhochdeutschen ist bei den Vokalen zu finden“, erklärt Frau Ohlendorf, „aus einem langen Vokal wurde ein sogenannter Zwielaut. Zum Beispiel wurde aus dem Wort ,mîn‘ das Wort ,mein‘. Ein Zwielaut ist ein Laut, der aus zwei Vokalen besteht.“ Neuhochdeutsch spricht man etwa seit 1650. Seitdem hat sich die Sprache auch schon wieder enorm verändert.

 

(Autorin: Maria Frommhold)

Wollt ihr auch ganz genau wissen, wie etwas funktioniert? Habt ihr eine Frage, die unsere “Besserwisser”-Wissenschaftler beantworten sollen? – Dann mailt uns an info@hausderwissenschaft.org! Die Antwort auf eure Fragen lest ihr samstags in der Braunschweiger Zeitung und etwas später in diesem Blog.

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